Publiziert 26. Jan. 2023, 06:31
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Heinz Stiefel zur Änderung im Albanifest-Komitee

«Wir haben hohe Ansprüche»

Heinz Stiefel wird neuer OK-Präsident des Albanifestes. Dabei handelt es sich um eine Notlösung. Ins kalte Wasser springt der Winterthurer aber nicht.

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Ramona Kobe
Heinz Stiefel übernimmt die Leitung des Albanifest-Komitees vorübergehend. Dass er gleich die Verantwortung für eine Jubiläumsausgabe trägt, bringt ihn nicht aus der Ruhe.

Heinz Stiefel übernimmt die Leitung des Albanifest-Komitees vorübergehend. Dass er gleich die Verantwortung für eine Jubiläumsausgabe trägt, bringt ihn nicht aus der Ruhe.
Fotomontage: Heinz Stiefel / zvg / rk

«Es wird sicher nicht ganz einfach, jemanden zu finden.» Was Daniel Frei im letzten Juni befürchtete, ist nun Tatsache: Nach wie vor konnte keine Nachfolge für den OK-Präsidenten des Albanifestes gefunden werden, der sein Amt nach zehn Jahren abgibt. Aus diesem Grund übernimmt der Kommunikationsverantwortliche Heinz Stiefel die Leitung des Vereins vorübergehend.

Herr Stiefel, Sie übernehmen die Albanifest-Leitung interimistisch. Wie fest mussten Sie für diese Notlösung überredet werden?

Heinz Stiefel: Gar nicht. Wir haben diese Übergangslösung bereits seit letztem Spätsommer konkret ins Auge gefasst. Weil ich Daniel Frei schon seit jeher unterstütze, ist es für mich kein Sprung ins kalte Wasser.

Tönt fast, als könnten Sie sich vorstellen, das Präsidium längerfristig zu übernehmen…

Ich mache meinen Kommunikationsjob furchtbar gerne, das ist meine Welt. Aber ich bin so veranlagt, dass ich jeweils das Beste aus jeder Situation machen will. So wird es auch in einem Jahr sein. Dann geht es wieder um die Frage, wie wir das Albanifest sicherstellen können. Das ist das A und O.

Dass Daniel Frei die Leitung abgeben wird, ist nun schon über ein halbes Jahr bekannt. Dennoch konnte bislang keine Nachfolge gefunden werden. Wieso stellt sich die Suche als so schwierig heraus?

Wir arbeiten hunderte von Stunden, ohne entlöhnt zu werden. Das ganze Jahr durch. Dieses Ehrenamt und den eigenen Job unter einen Hut zu bringen, ist eine grosse Herausforderung. Hinzu kommt, dass wir hohe Ansprüche haben.

Heinz Stiefel

«Es ist nicht so, dass wir keine geeigneten Kandidaten hätten»

Diese wären?

Das Herz soll für Winterthur schlagen. Der Person muss viel am Fest, an der Stadt, den Menschen liegen. Ausserdem suchen wir jemanden, der gut vernetzt ist – nicht nur auf dem Papier, sondern aktiv. Fehlen uns diese Kontakte, können wir vieles nicht umsetzen. Tatsache ist, dass solche Leute meistens schon sehr engagiert sind.

Trotzdem sind Sie optimistisch, bis 2024 jemanden zu finden…

Es ist nicht so, dass wir keine geeigneten Kandidaten hätten. Aber eben führen diese teilweise schon andere Mandate aus. Ein Jahr ist für sie sehr kurz, um für ihre vorhandenen Mandate Nachfolgelösungen zu finden. Auch das ist ein Grund, weshalb wir beschlossen haben, in die Verlängerung zu gehen.

Gemäss Website ist auch die Stelle der Leitung Personal vakant. Wie läuft die Suche für dieses Amt?

Wir warengezwungen, unsere Organisationsstruktur anzupassen. Derzeit sind wir daran, diese Chargen zu optimieren und neu zu verteilen, weshalb dieses Amt als solches nicht mehr vorgesehen ist. Der Prozess ist sehr intensiv, läuft aber super. Wir haben ein hochmotiviertes Kernteam. Dass Vereine immer stärker um Mitglieder kämpfen, ist ein bekanntes Thema. Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, dass wir latent unterbesetzt sind. Was aber nicht bedeutet, dass wir niemanden mehr brauchen. Wir freuen uns immer über Leute, die Lust darauf haben, ihre Fähigkeiten und Zeit in dieses einzigartige Fest zu investieren.

Das Albanifest in der Winterthurer Innenstadt findet dieses Jahr bereits zum 50. Mal statt.

Das Albanifest in der Winterthurer Innenstadt findet dieses Jahr bereits zum 50. Mal statt.
Heinz Stiefel

Ihre erstes Albanifest als OK-Präsident ist gleich eine Jubiläumsausgabe. Verspüren Sie einen zusätzlichen Druck?

Nein. Wir wollen die Stadt trotz Jubiläum nicht auf den Kopf stellen und uns als Verein nicht zu sehr feiern. Es ist und bleibt ein Fest für die Bevölkerung.

Dann planen Sie keine Jubiläumsaktionen?

Man wird sehen, dass es ein Jubiläumsjahr ist. Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, weil noch Bewilligungen ausstehen.

Die Bewerbungen sind bereits abgeschlossen. Sind Sie zufrieden mit der Anzahl Teilnehmenden?

Wir sind überwältigt! Es haben sich neben fast allen Bisherigen auch viele Vereine beworben, die zum ersten Mal teilnehmen möchten. Diese Bereitschaft ist ein vorgelagerter Erfolg. Schliesslich sind die Teilnehmenden das Herzstück des Fests.

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