Publiziert 15. Mai 2022, 18:00

Mondfinsternis am Montag

Wir erwachen langsam, der Mond geht hinter der Erde schlafen

Am Montag verschwindet der Vollmond im Erdschatten. Wer sich das Spektakel am Himmel anschauen will, muss jedoch früh aufstehen.

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red
So verläuft die totale Mondfinsternis am 16. Mai 2022.

So verläuft die totale Mondfinsternis am 16. Mai 2022.
Grafik: Sternwarte Eschenberg / Thomas Baer

Am frühen Montagmorgen, 16. Mai, durchläuft der Vollmond den Schatten unserer Erde.  Doch die Vorfreude auf das seltene Himmelsschauspiel wird diesmal getrübt:  Die totale Verfinsterung beginnt ausgerechnet dann, wenn sich an unserem bereits aufgehellten Morgenhimmel der Erdbegleiter am südwestlichen Horizont gerade wieder durch seinen Untergang von uns verabschiedet.

Immerhin lässt sich, sofern auch Petrus ein Einsehen hat, der Eintritt der vollbeleuchteten Erdscheibe in den Erdschatten ab 4.25 Uhr noch gut mitverfolgen, obwohl praktisch gleichzeitig die nautische Morgendämmerung einsetzt. Doch schwierig werden die Beobachtungen erst mit dem Beginn der bürgerlichen Dämmerung ab 5.11 Uhr, weil die gerade sechs Grad unter dem Ost-Horizont stehende Morgensonne den Himmel schon kräftig aufhellt. Der Mond zeigt sich dann sozusagen als «falscher Halbmond», da ziemlich genau die Hälfte seiner Oberfläche im Kernschatten der Erde steht.  Und danach geht es dem baldigen Ende des Naturschauspiels entgegen. Wer einen Beobachtungsstandort mit tiefem Südwest-Horizont gewählt hat, kann mit Glück die Mondfinsternis fast bis zum Eintritt in den Kernschatten um 5.29 Uhr mitverfolgen. Aber eben: Auch die immer heller werdende Morgendämmerung setzt allen Natur-Enthusiasten eine unbarmherzige Grenze.

Markus Griesser, Leiter der Sternwarte Eschenberg

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