Publiziert 31. Mai 2022, 11:53
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Michael Künzle verteidigt House of Winterthur

«Wir dürfen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen»

Christian Modl vertrat jüngst die Meinung, dass das House of Winterthur abgeschafft werden soll. «Stapi» Michael Künzle sieht die Organisation hingegen als unabdingbar gegen die nahe Konkurrenz.

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Michael Hotz
Verteidigt das House of Winterthur und seine Aufgaben: Stadtpräsident Michael Künzle.

Verteidigt das House of Winterthur und seine Aufgaben: Stadtpräsident Michael Künzle.
Fotomontage: mh / zvg

1994 leistete Winterthur Pionierarbeit, indem verschiedene lokale Stakeholder mit der Standortförderung Region Winterthur die erste Standortmarketing-Organisation der Schweiz schufen. Vor fünf Jahren ging diese gemeinsam mit Winterthur Tourismus im House of Winterthur auf, das seither das Prinzip des Integrierten Standortmarketings verfolgt. Wiederum eine landesweite Neuheit.

Kürzlich stellte Christian Modl die Institution infrage. House of Winterthur werde nicht mehr gebraucht und soll deshalb «beerdigt» werden, so der Rechtsanwalt und ehemaliger Geschäftsführer des KMU-Verbandes sowie der Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur. Stadtpräsident Michael Künzle (Mitte), der gleichzeitig Präsident von House of Winterthur ist, hält dagegen.

Michael Künzle, wie hat sich das House of Winterthur, das 2017 als Zusammenschluss von Standortförderung Region Winterthur und Winterthur Tourismus entstand, seit der Gründung 2017 entwickelt?

Michael Künzle: House of Winterthur hat sich nach ein paar Anfangsschwierigkeiten gut entwickelt und darf nun am 7. Juni sein fünfjähriges Bestehen feiern. Wirtschaft, Bildung, Kultur und Tourismus sind die strategischen Handlungsfelder, die bearbeitet werden.

In einem Meinungsbeitrag vertritt Christian Modl die Ansicht, dass es das House of Winterthur nicht mehr brauche. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Da bin ich anderer Meinung. Die Ausgangslage hat sich seit der Gründung kaum verändert.

Warum braucht es denn das House of Winterthur?

Unser grosses Kulturangebot muss bekannter gemacht werden, was Gäste in die Region bringt. Der lokale und regionale Standortwettbewerb um Fachkräfte und erfolgreiche Firmen wird immer stärker. Viele unserer direkten Konkurrenten wie zum Beispiel Dietikon oder Bülach investieren hohe Summen, um ihre Standortattraktivität zu erhöhen.

Michael Künzle

«House of Winterthur hat sich nach ein paar Anfangsschwierigkeiten gut entwickelt»

Wie soll das House of Winterthur darauf reagieren?

Wir dürfen uns auf keinen Fall auf dem bisher Erreichten ausruhen, sondern müssen im Gegenteil das hohe Potenzial der Wirtschaftsregion und des Technologiestandorts Winterthur noch stärker zur Geltung bringen. Dazu müssen alle wichtigen Stakeholder wie Wirtschaftsverbände, Unternehmen, Hotellerie, Bildungsinstitutionen, Start-up-Förderorganisationen, Kulturinstitutionen, die Städte Winterthur und Illnau-Effretikon sowie die Gemeinden in der Region zusammen mit House of Winterthur am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen.

Und wie geschieht das genau?

House of Winterthur trägt insbesondere mit der überregionalen Verbreitung von Winterthurer Erfolgsgeschichten sowie einem vielseitigen und attraktiven Veranstaltungsprogramm wesentlich zur erfolgreichen Vermarktung des Standorts bei. Winterthur ist DER Technologiestandort im Kanton, ein Bildungszentrum von nationaler Bedeutung und eine herausragende Kulturstadt, die auch Gäste anzieht. House of Winterthur bringt dies erfolgreich zur Geltung, im Interesse aller.

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