Publiziert 26. Okt. 2022, 15:40
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Kommentar

Wie Velofahren

Mittlerweile liebt unser freier Redaktor Gaël Riesen Kaffee. Doch es war eine lange (Velo)-Fahrt bis dahin.

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Heute geht Kaffee für unseren Redaktoren auch in seiner reinsten Variante ohne Zucker und Milch.

Heute geht Kaffee für unseren Redaktoren auch in seiner reinsten Variante ohne Zucker und Milch.
Fotomontage: zvg

Gibt es jemanden, der Kaffee ab dem ersten Schluck mochte? Ich auf jeden Fall nicht. Egal, ob als Getränk oder Glacégeschmack: Ich habe Kaffee gehasst.

Erst mit 16 hatte ich das Gefühl, dass das komische Gebräu eine Art Kultur ist. Also begann ich, Kaffee zu trinken – mit dem Gedanken: «Irgendwenn hani das denn gern.»

Wie recht ich hatte.

Natürlich startete ich nicht direkt mit Doppelten Espressi. Viel mehr waren meine ersten Gehversuche Vanille-Macchiatos mit extra Zucker aus einem Getränkeautomaten meiner damaligen Schule. Mit eigentlichem Kaffee hatte dies nicht mal ansatzweise was zu tun.

Ein knappes Dutzend Jahre später ist Kafi Wachmacher, Aufs-WC-Schicker und auch ein soziales Getränk. «Treffemer eus uf en Kafi?»

Wie gesund er tatsächlich ist, sei dahingestellt. Koffein hat sicherlich Suchtpotenzial.

Ein ehemaliger Arbeitskollege erzählte mir mal (schon fast stolz), er trinke zwölf Kaffees am Tag. «Okay du Bluffsack. Sicher, dass das gesund ist?», dachte ich mir.

Kaffee trinken soll gelernt sein. Wie Velofahren. Am Anfang braucht es vielleicht mit Zucker und Milch Stützrädli, bis es ohne geht. Wenn man dann an der Tour de Suisse teilnimmt – sprich, sich täglich zwölf Tassen reinballert – selber schuld. Da bevorzuge ich lieber den gemütlichen Sonntagsausflug.

Von Gaël Riesen

Wie waren Ihre ersten Kaffee-Versuche?
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