Publiziert 23. Dez. 2022, 12:24
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Thomas Wolf und Priska Hasler sagen Tschüss

«Ustrinkete» in Wülflingen

Nach fast 13 Jahren hat das «Bahnhöfli»-Wirtepaar Thomas Wolf und Priska Hasler seine Gäste am Donnerstag ein letztes Mal bedient.

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George Stutz

Ein letztes Mal füllte sich die Gaststube des «Bahnhöfli» gestern Donnerstag bis auf den letzten Platz. Zu einem Umtrunk und Raclette hatte das Wirtepaar Thomas Wolf und Priska Hasler geladen. Tags zuvor hatten die beiden ein letztes Mal die beliebten Menüs und Gerichtes aus Wolfs Küche angeboten. «Es wurde gestern schon ziemlich spät. Bis heute die Freunde und Stammgäste die letzte Flasche Wein und den letzten tropfen Bier getrunken haben, dürfte es auch ins Morgengrauen gehen», lachte Thomas Wolf am Donnerstag.

Noch ist er an diesem Abend mitten in seiner Gastgeberrolle, die er und seine Partnerin 13 Jahre lang mit viel Herzblut ausgefüllt hatte. Hier ein Schwatz, dort eine Umarmung, zwischendurch in der Küche nach dem Rechten schauen. Doch Wolf ist sich sicher, dass spätestens beim Aufräumen und der Schlüsselabgabe Ende Januar neben vielen schönen Erinnerungen auch Wehmut aufkommen wird: «Wir haben hier viel erlebt, viele schöne Freundschaften gelebt, wunderbare Gäste gehabt. Wir hätten auch noch ein paar Jahre weitergemacht, zumal nach den schwierigen Pandemie-Jahren das Geschäft wieder sehr gut gelaufen ist.»

Neu vorgelegte Mitkonditionen nicht akzeptiert

Der Grund für das Ende der Wirtezeit war schliesslich ein neuer Pachtvertrag zu höheren Mietkonditionen, obgleich die Liegenschaft in die Jahre gekommen war, zuletzt gar die Lüftung ausgestiegen war, aber von Besitzerseite her kaum mehr investiert wurde.

Wie es beruflich mit Priska Hasler und Thomas Wolf weitergehen wird, wissen die beiden noch nicht. Im Frühling werden sie erst einmal für ein paar Wochen nach Südfrankreich fahren, dort unter anderem auch den Kopf lüften und sich Gedanken machen, wohin die berufliche Reise gehen könnte. Selbstständig ein Restaurant führen, werden sie aber mit grosser Sicherheit nicht mehr, wie die beiden betonen.

Was mit dem «Bahnhöfli» passieren wird, ist ungewiss. Wenn es nach dem Verkaufsvertrag mit der Stadt Winterthur geht – sie hatte die Liegenschaft 2005 in private Hände verkauft – müsste das Restaurant noch bis 2025 als solches betrieben wird. Gemunkelt wird aber auch, dass das Gebäude bereits vorher einer Überbauung im Rahmen des Masterplans Bahnhof Wülflingen weichen könnte.

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