Publiziert 23. Dez. 2022, 08:49
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Befristete Sofortmassnahmen

Überfüllte Kinderspitäler: Nun kommt Hilfe vom Kanton

Die drei Zürcher Spitäler mit Kindernotfallstationen, so auch das KSW, stossen an ihre Grenzen. Nun will der Regierungsrat mit Sofortmassnahmen für Entlastung sorgen.

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Ramona Kobe
Volle Betten: Die Kinderspitäler stossen an ihre Grenzen, weshalb der Kanton nun Sofortmassnahmen einleitet.

Volle Betten: Die Kinderspitäler stossen an ihre Grenzen, weshalb der Kanton nun Sofortmassnahmen einleitet.
Symbolfoto: zvg

Die Kinderspitäler im Kanton stossen wegen der vielen RSV-Infektionen von Kindern zusehends an ihre Grenzen. Auch in Winterthur sorgt das Virus, das bei Säuglingen und kleinen Kindern für akute Bronchitis und Lungenentzündungen verantwortlich ist, für Rekordzahlen an Hospitalisationen. Doch bereits vor dem starken Anstieg im September waren die Kindernotfallstationen am Limit.

Wie die kantonale Gesundheitsdirektion mitteilt, hat sich die Anzahl Notfälle in den drei Zürcher Spitälern mit Kindernotfallstationen gegenüber 2021 um bis zu 30 Prozent erhöht. Die Folgen: längere Wartezeiten, volle Betten, kaum Möglichkeiten für Verlegungen. Ursachen für die prekäre Versorgungssituation gibt es viele. Nicht genügend Kinderärztinnen und -ärzte etwa und folglich ein Aufnahmestopp in den Praxen. «Zugleich besteht eine weit verbreitete Erwartung, im Falle von Beschwerden auch nachts oder an Wochenenden unmittelbar eine Untersuchung im Spital zu erhalten», heisst es weiter.

Neue, zentrale Koordinationsstelle

Nun reagiert der Kanton und leitet befristete Sofortmassnahmen ein. Die drei Spitäler würden zusammen mit der Gesundheitsdirektion die kantonsweite Koordination der verfügbaren Betten und der notwendigen Verlegungen sicherstellen. Ebenso werde der Austausch mit den niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzten gefördert, um sicherzustellen, dass sämtliche involvierten Akteurinnen und Akteure den für sie möglichen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung von Kindern leisten würden. Eine neue, zentrale Koordinationsstelle soll das Personal zudem bei der Disposition der freien Betten sowie der Verlegung entlasten.

Weiter erhalten die drei Kliniken einen finanziellen Beitrag, um zusätzliches Personal anstellen zu können. Insgesamt bewilligt der Regierungsrat für das kommende Jahr zusätzlich zu den bereits bestehenden finanziellen Beiträgen eine Subvention im Umfang von 4 Millionen Franken.

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