Publiziert 29. Nov. 2022, 09:47
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ZHAW hat entschieden

«Strommangellage» ist das Wort des Jahres 2022

«Strommangellage», in allen vier Landessprachen, ist das Wort des Jahres 2022. ZHAW-Forschende nutzten die grösste Textdatenbank der Schweiz als Basis, eine Jury entschied die Wahl.

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red
Das Wort «Strommangellage» hat den Diskurs in der Schweiz dieses Jahr geprägt.

Das Wort «Strommangellage» hat den Diskurs in der Schweiz dieses Jahr geprägt.
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«Strommangellage» im Deutschen, «boycotter» im Französischen, «penuria» im Italienischen und «mancanza» im Rätoromanischen – das sind die Wörter des Jahres 2022. Das schreibt die ZHAW in einer Mitteilung am Dienstag. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Wörter «Frauen-Ticket» und «Schutzstatus S», ebenfalls in allen vier Landessprachen. «Diese Wörter haben 2022 den Diskurs in der Schweiz und ihren Sprachregionen geprägt – wissenschaftlich belegt in der Textdatenbank und bestätigt durch die Wahl der vier Jurys aus Sprachschaffenden», erklärt ZHAW-Sprachwissenschaftlerin Marlies Whitehouse, Leiterin der deutschsprachigen Jury.

ZHAW trifft Vorauswahl

2017 hat das Departement Angewandte Linguistik der ZHAW die Verantwortung für die Wahl des Wortes des Jahres übernommen. Seither erfolgt diese mehrsprachig, forschungsbasiert und interaktiv. Forschende nutzten die grösste Textdatenbank der Schweiz als Basis und bestimmten pro Sprache rund 30 Wörter, die häufiger oder deutlich anders verwendet werden als in anderen Jahren. Anschliessend wählt eine Jury, bestehend aus Sprachschaffenden, aus dieser Liste, aus Publikumsvorschlägen und aufgrund eigener Erfahrung die drei markantesten Wörter. Am Ende zeigen die Forschenden auf, wie sich diese Wörter im Sprachgebrauch in der Schweiz entwickelt haben und für welche gesellschaftlichen Veränderungen sie stehen.

Zum Wort des Jahres 2022 schreibt die Jury: «Strom, der scheinbar immer verfügbar war, könnte plötzlich Mangelware sein.» Die Lage sei unsicher. «Die Schweiz ist vernetzt und verstrickt im europäischen Strommarkt, die Importmengen sind aber derzeit nicht gewährleistet.» Der Krieg in der Ukraine, die erst zaghafte Nutzung von Solarenergie und die Klimaveränderung würden die Lage zusätzlich verschärfen. «Trotz Notfallszenarien könnte es in den Schweizer Stuben ein dunkler, kalter Winter werden.»

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