Publiziert 30. Mai 2022, 10:48
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Ab 2023 noch drei Produkte

Stadtwerk stuft neue Stromprodukte nach deren CO2-Bilanz ab

Stadtwerk Winterthur baut auf nächstes Jahr hin die Stromproduktepalette um. Künftig gibt es drei neue Produkte, die nach CO2-Werten abgestuft sind. Die Stadt rechnet damit, dass 2023 die Strompreise in Winterthur deutlich steigen werden.

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red
Ab nächstes Jahr gibt es drei neue Stromprodukte von Stadtwerk Winterthur.

Ab nächstes Jahr gibt es drei neue Stromprodukte von Stadtwerk Winterthur.
Talina Steinmetz

Seit vergangenem November hat Winterthur ein verschärftes Energie- und Klimaziel: netto null Tonnen CO2 bis 2040. Bereits zuvor hatte der Stadtrat beschlossen, lokalen Solarstrom weiter auszubauen. Um diese Ziele zu unterstützen, die mit einem erhöhten Strombedarf einhergehen, hat Stadtwerk einen «konsequenten Schritt» vollzogen, wie die Stadt Winterthur in einer Medienmitteilung schreibt.

So führt der städtische Betrieb auf 2023 neue Stromprodukte ein: «Klima Gold», «Klima Silber» und «Klima Bronze». Damit gibt es ab kommendem Jahr nur noch drei statt vier Produkte. Das mache das Angebot schlanker und übersichtlicher, so die Stadt.  Die neue Produktepalette richtet sich nach deren CO2-Bilanz aus. Je hochwertiger das Produkt, desto geringer seine CO2-Emissionen. «Dank der Abstufung der Produkte nach CO2-Ausstoss schafft Stadtwerk Winterthur für die Kundschaft auf transparente und einfache Art einen Anreiz, sich klimafreundlich zu verhalten», heisst es in der Mitteilung weiter.

«Klima Silber» als Standardprodukt

Das höchstwertige Produkt «Klima Gold» setzt sich zu rund zwei Dritteln aus Schweizer Wasserkraft und rund einem Drittel aus Solarstrom aus der Region Winterthur zusammen. Damit ist es ein Netto-Null-CO2-Stromprodukt, ist also vollständig CO2-kompensiert. Das vergleichbare heutige Produkt «e-Strom.Gold» besteht aus vollständig aus regionalem Solarstrom. Mit dem neuen Mix soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass Fotovoltaikanlagen ausschliesslich tagsüber und vor allem bei Sonnenschein Strom produzieren.

Das neue Standardprodukte wird «Klima Silber» sein und ersetzt damit «e-Strom.Bronze». Es besteht beinahe ausschliesslich aus Wasserkraft aus der Schweiz und der Europäischen Union (EU) sowie einem geringen Anteil von zuerst unter einem Prozent an Solarstrom aus der Region Winterthur. Der Anteil an lokalem Fotovoltaikstrom soll bei diesem Produkt gemäss Mitteilung aber künftig ausgebaut werden. Bei «Klima Silber» entstehen 6,9 g CO2 pro kWh.

 «Klima Bronze» entspricht nahezu vollständig dem heute günstigsten Produkt «e-Strom.Weiss». Jeweils rund die Hälfte des Stroms stammt aus Wasserkraft aus der EU sowie aus der Winterthurer Kehrichtverwertungsanlage (KVA). 7,4 g CO2 pro kWh ist die Klimabilanz bei diesem Produkt.

Strompreise werden «deutlich steigen»

Die Preise der neuen Produkte legt Stadtwerk zuerst auf Basis der Stromtarife 2022 fest. So sollen sich die beiden neuen Produkte «Klima Silber» und «Klima Bronze» auf dem Preisniveau von «e-Strom.Bronze» und «e-Strom.Weiss» bewegen, während das höchstwertige Produkt «Klima Gold» im Vergleich zu «e-Strom.Gold» günstiger angeboten wird. Aber: Der Stadtrat werde voraussichtlich dazu gezwungen sein, die Strompreise 2023 gegenüber heute deutlich zu erhöhen, betont die Stadt in der Medienmitteilung. Als Grund werden die etwa wegen des Kriegs in der Ukraine angestiegenen europäischen Strompreise ins Feld geführt.

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