Publiziert 03. Jan. 2023, 11:11
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Als erster Polizeikorps der Schweiz

Stadtpolizei Winterthur setzt auf Super-Recognizer

Sie prägen sich Gesichter besser ein als Softwares: Sogenannte Super-Recognizer können in wenigen Minuten hundert Gesichter mit Fahndungsbildern abgleichen. Als erste Polizei der Schweiz setzt die Stadtpolizei Winterthur auf diese Begabung.

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Ramona Kobe
Die Stadtpolizei Winterthur setzt neu auf einen Super-Recognizer, der sich hundert Gesichert in unter zwei Minuten einprägen kann.

Die Stadtpolizei Winterthur setzt neu auf einen Super-Recognizer, der sich hundert Gesichert in unter zwei Minuten einprägen kann.
Symbolfoto: zvg

Zwei bis drei Minuten. Länger brauchen Super-Recognizer nicht, um sich hundert unbekannte Gesichter einzuprägen, zu vergleichen und später wiederzuerkennen. Während Polizeikorps in anderen Ländern schon länger auf Mitarbeitende mit dieser Begabung setzen, um gesuchte Personen zu finden, wurde diese Art der Gesichtserkennung in der Schweiz bislang nicht für die Fahndung gebraucht.

Die Stadtpolizei Winterthur hat nun per Anfang Jahr den ersten Super-Recognizer eingestellt, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Der Mitarbeiter habe schon bisher als Polizist in einer anderen Gemeinde gearbeitet und sei von der Stapo aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten angestellt worden, sagte Lorenz Wyss, Abteilungsleiter Fahndung, der sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt, gegenüber der «NZZ». Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, wie genau und in welchen Fällen er zum Einsatz komme.

Junges Phänomen

Super-Recognizer sind in der Wissenschaft seit etwa fünfzehn Jahren bekannt. Allerdings ist die genaue Vorgehensweise des Gehirns noch immer nicht entschlüsselt. Softwares können die Fähigkeit deshalb nur bedingt nachbauen. Dennoch setzen verschiedene Kantone auf die künstliche Gesichtserkennung.

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