Publiziert 22. Juni 2022, 08:36
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Bye-bye Synthetik

Stadtgrün setzt auf biologischen Pflanzenschutz

Zum Schutz der Rosen auf dem Heiligberg vor Schädlingen und Krankheiten verwendet Stadtgrün Winterthur nur noch biologische Mittel. Die Pflanzen müssen nun öfter bespritzt werden.

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red
Auf dem Heiligberg blühen jährlich rund 2900 Rosen in 300 verschiedenen Sorten.

Auf dem Heiligberg blühen jährlich rund 2900 Rosen in 300 verschiedenen Sorten.
Stadt Winterthur

Rund 2900 Rosen in 300 verschiedenen Sorten blühen derzeit im Rosengarten auf dem Heiligberg, darunter auch seltene und historische Rosen. Damit dies so bleibt, werden nur noch biologische Mittel zur Pflege verwendet. Und zwar bereits seit Anfang Jahr, wie die Stadt Winterthur mitteilt. Um die Rosen vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen, werden nebst Kupfer, schwefelsaure Tonerde, Fenchelöl oder Rapsöl auch natürliche Düngemittel zur Pflanzenstärkung und Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

Die Mittel müssten, abgestimmt auf die Jahreszeit oder die Niederschläge, immer wieder aufgetragen werden, weshalb nun öfter Personal in der Anlage am Spritzen sei. Bei einzelnen Pflanzen könne es trotz der Massnahmen zu einem Befall oder Flecken kommen, da die Rosen unterschiedlich gut auf die biologischen Mittel ansprechen würden.

Synthetische Pflanzenschutzmittel kommen bei Stadtgrün Winterthur auch sonst praktisch kaum mehr zum Einsatz. «Eine Verwendung muss in allen Fällen intern bewilligt werden», heisst es im Schreiben des Departements Technische Betriebe.

  • Der Rosengarten wurde der Winterthurer Bevölkerung 1964 im Rahmen der städtischen 700-Jahr-Feier übergeben. Im Mittelalter standen in diesem Bereich die Jakobskirche und das Chorherrenstift. Darum erhielt der Hügel oberhalb des Städtchens Winterthur auch den Namen «Heiligberg». Sowohl Kirche wie auch Stift wurden von Graf Ulrich von Kyburg erbaut. Später fiel beides unter die Herrschaft von Zürich. Nach der Aufhebung des Stifts im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert erwarb die Stadt Winterthur das gesamte Grundstück auf dem Heiligberg, teilte es auf und verkaufte es an verschiedene Stadtbürger. Der Teil mit dem Rosengarten gehörte im Jahr 1911 der Familie Reinhart. Zu dem Zeitpunkt war der Rosengarten ein Teilbereich ihres Villengartens. In diesem Jahr erstellten die Architekten Rittmeyer und Furrer das Teehaus, das sich heute noch im Rosengarten befindet. 1961 kaufte die Stadt Winterthur das Grundstück wieder zurück und liess vom damaligen Stadtgärtner Johannes Müller einen Rosengarten anlegen.

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