Publiziert 02. Dez. 2021, 14:33
8400

Stadtbus Winti reduziert ÖV-Angebot

«Wir haben keinen anderen Ausweg gesehen»

Stadtbus Winterthur hat derzeit zu wenig Personal. Aufgrund dessen findet nun eine Fahrplananpassung statt, eine Linie fällt komplett aus. Der zuständige Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) zu den Hintergründen.

T
Talina Steinmetz
Stadtbus kämpft aktuell mit Personalmangel. Die Busse der Linien 1, 2 und 3 verkehren bis Ende Jahr in reduziertem Takt.

Stadtbus kämpft aktuell mit Personalmangel. Die Busse der Linien 1, 2 und 3 verkehren bis Ende Jahr in reduziertem Takt.
Talina Steinmetz

Stadtbus Winterthur ist personell am Anschlag. Wie die Stadt Winterthur in einer Medienmitteilung schreibt, steht aktuell nicht genügend Fahrpersonal zu Verfügung. Aus diesen Gründen wird ein Teil des Betriebes reduziert: Die Linie 2E fällt ab dem 6. Dezember komplett aus, die Linien 1, 2 und 3 verkehren ab 13. Dezember weniger häufig. Die Massnahmen gelten vorerst bis am 31. Dezember.

Die Gründe für die Personalausfälle sind gesundheitlicher Natur. Stadtrat Stefan Fritschi (FDP), Vorsteher des Departements Technische Betriebe, führt aus: «Wir haben derzeit mit vielen Langzeitausfällen aus diversen Gründen zu kämpfen. Unfall, Krankheit oder Operationen – alles ist dabei.» Hinzu kämen einige Grippefälle sowieso das Coronavirus. «Drei Personen wurden positiv getestet, zwei befinden sich einfach in Quarantäne.» Insgesamt fehlen Stadtbus Winterthur 31 Mitarbeitende. Bei einer Gesamtbelegschaft von rund 300 Personen sind das etwa 10 Prozent, die ausfallen. «Eine solche Situation gab es bei Stadtbus Winterthur noch nie», merkt Fritschi an.

Schritt schon früher in Betracht gezogen

Der Schritt einer Fahrplanreduktion habe sich in den letzten Wochen abgezeichnet, sagt der Stadtrat. Man habe diesen auch schon zu Beginn der Coronapandemie in Betracht gezogen, konnte die Situation aber immer irgendwie stemmen. Doch nicht dieses Mal: «Die Ausfälle haben sich so schnell gehäuft, dass wir keinen anderen Ausweg mehr gesehen haben, als den Betrieb zu reduzieren.»

Dass man sich für die Linien 1, 2 und 3 entschieden hat, liegt am Frequenzrückgang: Dieser sei im Verhältnis grösser als auf anderen Linien. «Zudem ist dieser Fahrplan für den Sommerferienfahrplan bereits erstellt und konnte nun sehr kurzfristig umgesetzt werden», so Fritschi.

Aus dem Büro an das Steuer

Man sitze bei Stadtbus indes nicht tatenlos herum, merkt der Politiker an. Aktuell werden pensionierte Mitarbeitende im Fahrdienst eingesetzt, um den Ausfall anderer Fahrer und Fahrerinnen auszugleichen.

Auch Personen, die sonst hinter den Stadtbus-Kulissen arbeiten, aber eine Busfahrprüfung besitzen, werden aktuell an der Front eingesetzt. «Klar, andere Projekte rücken jetzt in den Hintergrund», hält Fritschi fest. Die Bereitschaft, sich gegenseitig auszuhelfen, sei in der Belegschaft dennoch enorm. «Jedem ist klar, dass wir uns in einer Notsituation befinden.»

Keine Preisreduktion für Kunden und Kundinnen

Ob die Anpassungen der Fahrzeiten wirklich nur bis Ende Jahr dauern, konnte der Stadtrat nicht abschliessend beantworten. «Eines habe ich während der Pandemie gelernt: Man kann nie wissen, was am nächsten Tag passiert.» Er hoffe jedoch auf eine Besserung der Situation; einerseits, was die Krankheitsfälle angeht, andererseits aber auch auf die Pandemie bezogen.

Wer als Stadtbus-Nutzer aufgrund der Reduktion der Betriebszeiten auf günstigere Tickets hofft, wird enttäuscht. «Wir sind auf das Verständnis unserer Kunden angewiesen. Dennoch haben wir Vorgaben seitens des Zürcher Verkehrsverbunds ZVV, was die Ticketpreise angeht», so Fritschi.

Von der Fahrplanreduktion betroffen sind sind die Linien 2E, 1, 2 und 3. Erstere wird ab Montag, 6. Dezember, komplett eingestellt. Auf den übrigen Buslinien findet ab Montag, 13. Dezember, eine Taktreduktion statt. Zwischen 6 und 8 Uhr morgens verkehren die Busse neu alle 7,5 Minuten statt wie bisher alle 6 Minuten. Gleiches gilt für die Stosszeit zwischen 15.30 Uhr und 18.30 Uhr. Zwischen 8 Uhr und 15.30 Uhr und spät abends, zwischen 18.30 Uhr und 21 Uhr, fahren die betroffenen Linien neu alle 10 Minuten, nicht mehr alle 7,5. Alle anderen Linien verkehren weiterhin gemäss Fahrplan und bringen die Fahrgäste an das gewünschte Ziel. Den Fahrgästen wird empfohlen, die Abfahrtszeiten über die elektronischen Fahrpläne, die ZVV- oder die SBB-App zu überprüfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Diese Website verwendet Cookies um die Verwendung dieser Website zu verbessern. Durch den Klick auf "Akzeptieren" geben Sie Ihr Einverständnis für sämtliche Cookies.