Publiziert 29. Dez. 2022, 10:43
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Wegen Energiemangellage

Stadt verbietet Brunnen-Baden in Veltheim in letzter Minute

Der Verein «Brunnen gehn» lud am Dienstagabend zum gemeinsamen Badeplausch in Veltheim. Allerdings beendete die Stadt die Veranstaltung, bevor sie losgehen konnte.

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Ramona Kobe
Im Dorfbrunnen in Veltheim hätte die Quartierbevölkerung gemeinsam baden können.

Im Dorfbrunnen in Veltheim hätte die Quartierbevölkerung gemeinsam baden können.
George Stutz

Es sei die Wiederbelebung zivilisatorischer Rudimente: das «Brunnen-Gehn». So zumindest nennt es der Verband Pro Fontaines Chaudes, wenn er öffentliche Dorf- und Stadtbrunnen im Winter mit Holz und durch ein velobetriebenes Pumpsystem bis auf 39 Grad aufheizt und die Bevölkerung zum gemeinsamen Baden einlädt.

Dieses Baderitual hätte am vergangenen Dienstagabend auch in Winterthur stattfinden sollen – im Dorfbrunnen vor dem Restaurant Concordia in Veltheim. Doch bevor sich die ersten Anwohnenden ins Wasser setzen konnten, löste die Stadt die Veranstaltung des Vereins «Brunnen gehn» kurz vor Beginn um 18 Uhr auf. Zwar hatten die Macher des Projekts eine mündliche Bewilligung erhalten, diese wurde ihnen aber wieder entzogen. Als Grund für den kurzfristigen Entzug nannte Stadtrat Stefan Fritschi gegenüber «Radio Top» die Energiemangellage. Es sei ein falsches Zeichen gegenüber der Bevölkerung, wenn die Brunnen der Stadt für eine nicht notwendige Veranstaltung hergegeben würden. Auch mit Holz müsse in dieser Zeit sparsam umgegangen werden.

Entscheid nur halbwegs nachvollziehbar

Der Verein zeigt sich enttäuscht und kann den Entscheid nur halbwegs verstehen, wie Organisator Manuel Reutimann gegenüber dem «Landboten» sagte. Energie sei derzeit ein grosses Thema, doch hätten sie bis zum Schluss lediglich ein Viertel Ster Holz – ein Ster entspricht dem Volumen eines Kubikmeters geschichteter Holzscheite – gebraucht. Der Energiewert wäre entsprechend gering gewesen.

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