Publiziert 17. Juni 2022, 09:36
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Areal Obertor

Stadt sagt Ja zum Gestaltungsplan, Kanton Nein

Die Stadt Winterthur hat mit einem Gestaltungsplan festgelegt, wie die frei werdende Fläche im Areal Obertor genutzt werden soll. Von diesem ist der Kanton alles andere als begeistert. Der Stadtrat setzt nun auf vier Einzelprojekte.

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red
Was passiert mit dem Areal Obertor?

Was passiert mit dem Areal Obertor?
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Die Stadtpolizei Winterthur wechselt vom Obertor zum Teuchelweiher. Im Wissen, dass das Areal Obertor frei wird, wollten die Winterthurerinnen und Winterthurer das Areal mit der Volksinitiative «Obertor: Boden behalten – Winterthur gestalten» neu gestalten. Allerdings hat das Parlament diese im April 2019 abgelehnt und stattdessen einen Gegenvorschlag entwickelt. Dieser sah vor, die anvisierten Ziele mit einem öffentlichen Gestaltungsplan zu sichern.

Diesem hat der Winterthurer Stadtrat zugestimmt – der Kanton Zürich allerdings hält den Gestaltungsplan für das falsche Instrument, um die Ziele des Gegenvorschlags zu erreichen. Das teilt die Stadt Winterthur am Mittwoch, 16. Juni, mit. Die Vorprüfung habe unter anderem ergeben, dass die Verpflichtung einer Kostenmiete durch den Gestaltungsplan nicht genehmigungsfähig sei und die Pflicht zur Verschiebung privater Parkplätze ebenfalls nicht umgesetzt werden könne.

Ziele des Gegenvorschlags durch Einzelprojekte erreichen

Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament deshalb, die Ziele des Gegenvorschlages stattdessen mit folgenden vier Einzelprojekten zu erreichen:

  • Die Liegenschaften Obertor 11, 13 und 17 verbleiben im städtischen Eigentum, unterliegen der Kostenmiete, werden saniert und umgenutzt. Die Liegenschaften 11 und 13 werden im Erdgeschoss gewerblich genutzt und in den Obergeschossen werden bezahlbare Wohnungen realisiert. Im «Haus zum Adler» am Obertor 17 werden Büroräume entstehen.
  • Die Liegenschaften Obertor 15 und 17a im Innenhof des Areals werden im Baurecht abgegeben. Die Baurechtsfläche entspricht dem Gebäudegrundriss. Im Erdgeschoss werden kulturell-ideelle Nutzungen oder kreatives Gewerbe angestrebt. Der Hofraum wird aktiv im Rahmen der Vorgaben für den Innenhof durch die Nutzenden mitgestaltet. In den oberen Geschossen kann eine Wohnnutzung wie etwa Mehrgenerationenwohnen oder Clusterwohnen realisiert werden.
  • Die Liegenschaft Badgasse 6 wird im Baurecht für eine Bad- oder Wellnesseinrichtung abgegeben.
  • Der Innenhof wird öffentlich zugänglich und eine Verbindung zwischen Badgasse und Obertor schaffen. Der Hofraum verbleibt in Besitz und Verantwortung der jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern. Der Hofbereich im Eigentum der Stadt wird nicht weiter unterteilt, sondern als Einheit gestaltet und verwaltet. Bis Ende Jahr ist die Ausschreibung eines Wettbewerbes geplant.

Das Interesse der Öffentlichkeit an der weiteren Entwicklung des Obertors ist gross. Aus diesem Grund will die Stadt breit über die nächsten Schritte kommunizieren.

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