Publiziert 04. Okt. 2022, 08:31
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Tipps und Tricks

So werden Pflanzen fit für Herbst und Winter

Ab Mitte Oktober vor dem ersten Frost sind nicht winterharte Pflanzen zu schützen – auch für Zimmerpflanzen gibts zu tun. Shannon Ruh vom Gartencenter Hauenstein erklärt, wie das Überwintern klappt.

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red
Pflanzen-Expertin Shannon Ruh verrät: Auch Zimmerpflanzen spüren den Winter.

Pflanzen-Expertin Shannon Ruh verrät: Auch Zimmerpflanzen spüren den Winter.
Fotomontage: zvg

Kommende Woche stehen in Winterthur bereits die Herbstferien an. Es bleiben nur noch wenige Tage, um dem Sommer nachzutrauern, sich definitiv mit den kälteren Temperaturen abzufinden und die warmen Kleider aus dem Keller zu holen. Sind diese aus dem Untergeschoss weg, gibts Platz für alle Pflanzen, die während den kalten Monaten vom Garten oder Balkon in den Keller sollten. Dies ist laut Shannon Ruh, Leiterin des Gartencenter Hauenstein in Winterthur, ein optimales Winterplätzchen. «Viele Gewächse, die in den warmen Monaten im Freien stehen, brauchen etwas Schutz für die kälteren Jahrestage.» Ab Mitte Oktober und vor dem ersten Frost sollten alle Pflanzen ihren Winterplatz bekommen haben.

In die Wohnung sollte man Gartenpflanzen laut Ruh aber nicht nehmen: «Die Gefahr, dass die Pflanze Spinnmilben oder Schmierläuse bekommt, ist sehr gross, da es zu warm ist.» Falls denn im Keller kein Platz sein sollte, können diverse Gewächse auch draussen bleiben. Alle einheimischen Pflanzen, Stauden und Sträucher, seien draussen gut aufgehoben. «Pflanzen, die man im Herbst in die Balkonkistli pflanzt wie Calluna, Christrosen oder die Stacheldrahtpflanze können auch den ganzen Winter draussen sein und geben zum Teil noch einen schönen Farbtupfer in die graue Zeit.»

Der Rosmarin mags warm

Unter den Pflanzen, die man draussen lässt, gibt es auch einige, die noch eine warme Jacke bekommen sollten. «Beispielsweise Rosmarin, Passiflora und Palmen können gut eingepackt und an geschützten Standorten überwintert werden», erklärt die Leiterin des Gartencenters. Für etwas heiklere Kandidaten wie die Kamelie oder Chilis könnte sich ein kleines Gewächshaus gar lohnen. «Und an milden Tagen das Giessen nicht vergessen.» Grundsätzlich sei jede Pflanze sehr individuell. Einen Überblick über die Bedürfnisse jedes einzelnen Gewächses zu behalten – da braucht es schon wenigstens ein bisschen einen grünen Daumen.

Auch Zimmerpflanzen spüren die Kälte

Den Winterblues spüren wir Menschen auch in den eigenen vier Wänden. Während im Sommer abends kurzärmlig ferngesehen wird, braucht es im Winter schon eher mal warme Socken und eine Tasse Tee dazu. Diese Temperaturschwankungen merken auch die Zimmerpflanzen, zumal auch die Luftfeuchtigkeit sinkt. Ruh erklärt, dass auch Zimmerpflanzen sich über eine Winterpflege freuen. Pflanzen, welche die trockene Luft nicht vertragen, sollte man ab und zu mit Wasser besprühen. «Was man dagegen lassen sollte, ist das Düngen von Zimmerpflanzen in der lichtarmen Zeit.»

  • Extratipp der Gartencenterleiterin für Pflanzen, die im Garten bleiben:
    Alle Unterteller entfernen und die Töpfe auf Hölzchen stellen, so kann das Wasser gut abfliessen. Das reduziert die Gefahr, dass ein Topf komplett durchfriert.

Besonders in diesem Winter könnte es in den Wohnungen noch etwas kälter werden – die Energiekrise bleibt ein diskutiertes Thema. Hypothetisch stellt sich die Frage an Expertin Shannon Ruh: Können Pflanzen in einer kälteren Wohnung auch problemlos überwintern? «Da die Wohnungen immer noch bewohnbar sein müssen, wird die Wohnung nie so kalt werden, dass es für Zimmerpflanzen ein Problem werden könnte.» Insbesondere dann nicht, wenn es sich um eine einmalige Temperatursenkung handelt. «Wenn die Temperatur jedoch stündlich wechselt oder die Pflanze Durchzug hat, wird es zum Problem.»

Von Gaël Riesen

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