Publiziert 03. Sep. 2022, 07:00
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Zum Saisonstart

Salzhaus führt «Awareness»-Konzept ein

Zu Beginn der neuen Saison führt das Salzhaus ein «Awareness»-Konzept ein. Dadurch erhoffe man sich unter anderem, das Publikum für ein friedliches Miteinander zu sensibilisieren.

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Ramona Kobe
Das Salzhaus führt ein «Awarenesss»-Konzept ein. Denn: «Das Salzhaus ist keine Bubble, die von diskriminierendem und grenzüberschreitendem Verhalten ausgenommen ist», sagt Sandra Feller.

Das Salzhaus führt ein «Awarenesss»-Konzept ein. Denn: «Das Salzhaus ist keine Bubble, die von diskriminierendem und grenzüberschreitendem Verhalten ausgenommen ist», sagt Sandra Feller.
Ramona Kobe

Die Grenzen anderer zu respektieren. Darum geht es bei «Awareness». Nachdem an den Winterthurer Musikfestwochen dieses Jahr erstmals ein «Awareness»-Team auf dem Festgelände unterwegs war – als Ansprechperson bei Grenzüberschreitungen –, präsentiert nun auch das Salzhaus zu Beginn der neuen Saison ein entsprechendes Konzept. «Das Salzhaus ist keine Bubble, die von diskriminierendem und grenzüberschreitendem Verhalten ausgenommen ist», nennt Sandra Feller, im Salzhaus verantwortlich für Nachhaltigkeit, Promo und Booking, die Hintergründe. Das zeigte sich etwa am vergangenen Samstag, als eine Person nach der 90er-Party den Verdacht auf «needle-spiking» meldete. «Das Konzept haben wir bereits vor diesem Vorfall erarbeitet, teilweise in Kooperation mit den Musikfestwochen», so Feller. «Aber der Vorfall unterstreicht die Dringlichkeit, ein ‹Awareness›-Konzept zu haben, um genau solche Fälle möglichst vermeiden und betroffene Personen unterstützen zu können.»

Publikum sensibilisieren

Auch wenn der Vorfall vom vergangenen Samstag beschäftige, sei die Stimmung im Salzhaus grundsätzlich sehr gut, betont die Kulturschaffende. «Wir wollen und dürfen uns deswegen nicht einschüchtern und die Stimmung vermiesen lassen.» Das Salzhaus habe selten Meldungen von Personen erhalten, welche von einer Grenzüberschreitung betroffen gewesen seien – was aber nicht bedeute, dass sie nicht passieren würden. «Eine Grenzüberschreitung definiert jede Person für sich selbst», sagt Feller. «Idee des Konzepts ist, dass wir betroffene Personen ermutigen, sich bei uns zu melden, damit wir reagieren können.» Zudem erhoffe man sich, das Publikum darauf sensibilisieren zu können, dass jede und jeder Einzelne mitverantwortlich ist für ein friedliches Miteinander. «Je mehr wir uns bewusst sind, wie sich unser Verhalten auch auf andere Personen auswirkt, desto besser können wir Grenzüberschreitungen vermeiden.»

Noch nicht am Ziel

Wer sich im Salzhaus unwohl fühle oder von Diskriminierung betroffen sei, könne sich jederzeit beim Kassen-, Garderoben-, Bar- oder Security-Team melden. Zudem wurde auf der Website ein «Briefkasten» installiert, der im Nachgang ausgefüllt werden kann, auch anonym. Solche Meldungen würden dem Kulturlokal auch helfen, sich zu verbessern und künftig ähnliche Situationen verhindern zu können. Auch für Anregungen, Kritik und Lob sei man offen. Sandra Feller: «Das Konzept ist erst der Anfang. Wir möchten unsere Abläufe laufend anpassen und verbessern.»

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