Publiziert 06. Juli 2022, 07:52
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In eigener Sache

Neun Monate 84XO

Seit neun Monaten hat Winterthur mit 84XO eine neue Medienmarke. Geschäftsführer Alain Isliker blickt auf die Startphase zurück, die geprägt ist von vielen Highlights, aber auch dem einen oder anderen Rückschlag.

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Ramona Kobe
Die Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, ist für das 84XO-Team noch nicht gekommen.

Die Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, ist für das 84XO-Team noch nicht gekommen.
84XO

Unabhängig und exklusiv aus Winterthur für die Lesenden aus und um Winterthur berichten: Seit dem 6. Oktober letzten Jahres verfolgt die Medienmarke 84XO genau dieses Ziel − sowohl tagesaktuell auf der modernen Newsplattform als auch wöchentlich in der Zeitung. Exakt neun Monate sind seither vergangen. Ups und downs habe es einige gegeben, verrät Geschäftsführer Alain Isliker im Interview. Ein Gespräch über 84XO − gestern, heute und (über)morgen.

Alain Isliker, als am 6. Oktober 2021 die erste Auflage von 84XO in die Briefkästen flatterte, haben viele die Köpfe geschüttelt, in einer schwierigen Pandemiezeit im Printbereich eine neue Wochenzeitung zu lancieren. Hand aufs Herz: Würden Sie es wieder tun?

Alain Isliker: Auf jeden Fall! Bereut habe ich keine Sekunde, habe aber bestimmt viele Learnings aus den letzten Monaten gezogen. So würde ich heute nicht mehr alles genau gleich machen.

Was würden Sie rückblickend anders machen?

Könnte ich nochmals zurück, würde ich mit demselben Geschäftsmodell, aber personell etwas kleiner starten.

Das neue, frisch und frech rüberkommende Medium entfachte gleichzeitig auch grosse Begeisterung. Mögen sie sich diesbezüglich an die eine oder andere Reaktion erinnern?

Wir bekommen bis heute fast nur positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Natürlich hat unser unkonventionelle Brand bei manch einem auch etwas Stirnrunzeln ausgelöst – aber das wollten wir ja, schliesslich gehen wir zumindest für Winterthur neue Wege. Eine über 80-jährige Leserin hat uns zum Beispiel (per Mail, notabene!) zu unserem Namen gratuliert, welchen sie sich von ihrem Enkel erklären liess und als gelungen empfand. Über solche Nachrichten freuen wir uns natürlich schon sehr.

Seither sind knapp neun Monate vergangen, 35 Zeitungen erschienen. Was waren aus Ihrer Sicht die einschneidendsten Ereignisse?

Ich denke gerne an unsere Anfangszeit zurück, als wir mit Hochdruck für den Launch der Zeitung sowie der digitalen Plattform hingearbeitet haben. Nach der Go-live-Party waren wir alle sehr müde, aber unheimlich glücklich und stolz. Die folgenden Wochen und Monate verliefen dann fast wie geplant, auf vieles kann man sich vorbereiten. Dass im Januar aber zum Beispiel der Papierpreis um 80 Prozent aufschlug, war schon sehr hart. Zum Glück kann man uns auch online lesen und Werbung schalten, digital haben wir nicht mit solchen Herausforderungen zu kämpfen.

Auf der Newsplattform 84xo.ch setzen Sie auf Tagesaktualität. Wie hat sich diese im ersten halben Jahr entwickelt? Mehr ein «nice to have» oder lohnt sich die Plattform auch finanziell?

Wir sind sehr gut gestartet und können heute glücklicherweise auch sagen, dass alle technischen «Kinderkrankeiten» mittlerweile überstanden sind. Wir stehen mit einigen Features in den Startlöchern. So werden sich unsere Leserinnen und Leser bald für einen Newsletter anmelden können, individuell angepasst auf die selbst festgelegten Postleitzahlen. Wir sind bereit für den digitalen Wandel, viele Kunden ebenfalls. Es gibt zwar noch Luft nach oben, aber gelohnt hat sich die Plattform allemal.

Alain Isliker

«Wir sind gut gestartet und können heute glücklicherweise sagen, dass alle technischen Kinderkrankheiten mittlerweile überstanden sind»

Die erste Startphase ist nun vorbei. Die allgemeine Stimmung belastet den Inseratemarkt weiterhin, die hohen Papierpreise dürften bis auf weiteres Bestand haben. Weshalb sind Sie trotzdem zuversichtlich, Ihr «Baby» allmählich in Richtung Gewinnzone schaukeln zu können?

Wir haben mit unserem Geschäftsmodell, Winterthur gratis mit News zu versorgen und dies täglich, ja stündlich via 84xo.ch, sowie dem Top-Geschichten einmal pro Woche im Briefkasten, den Nerv der Zeit getroffen. Wer will schon erst übermorgen wissen, was heute früh geschah? Dies merken wir auch an der Begeisterung der Werbekunden, die es schätzen, endlich ein zeitgemässes Newsportal in Winterthur für ihre Kommunikation nutzen zu können. Natürlich hoffen wir auf die Stabilisierung des Werbemarkts, der durch die allgemeine weltpolitische Lage angespannt ist. Aber sowieso gilt für uns, weiterzukämpfen, uns weiter als DAS Medienhaus in Winterthur zu etablieren und unser Baby sicher durch den nächsten Sturm zu bringen, denn der kommt bestimmt (lacht).

Welche nächsten Entwicklungsschritte sind vorgesehen, um mit 84XO nach den ersten Erfolgen, aber auch Rückschlägen definitiv durchzustarten?

Die Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, ist noch lange nicht gekommen. Wir arbeiten weiter hart, entwickeln uns laufend weiter. Wir starten zwar langsam, aber bestimmt nachhaltig durch. Was ich verraten kann: Wir haben noch einige Überraschungen im Köcher, auf die sich Winterthur freuen kann.

Wo wird 84XO am 6. Oktober 2022, also ein Jahr nach der Lancierung, stehen?

Als Team sind wir zum Jahrestag bestimmt irgendwo feiernd in Winterthur anzutreffen. Mit unseren beiden Produkten hoffen wir, weiterhin die grosse Akzeptanz Winterthurs geniessen zu dürfen und freuen uns täglich über die steigenden Userzahlen, schönen Leserbriefe, Einsendungen, Tipps für spannende Berichte sowie über die zahlreichen Werbekunden, die uns ihr Vertrauen schenken und auf uns als unabhängiges, lokales Medienhaus setzen.

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