Publiziert 06. Apr. 2022, 16:55
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Fazit nach einem Jahr Betrieb

Nach grossem Ansturm ist es im Impfzentrum ruhiger geworden

Mit bis zu 2500 Impfungen pro Tag und insgesamt 300'000 Impfungen hat das vom KSW und Medbase betriebene Impfzentrum Winterthur innert den letzten 12 Monaten rund 10 Prozent aller Impfungen im Kanton Zürich bewältigt.

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George Stutz
Zufriedener Rückblick auf ein Jahr Impfzentrum (v. l.): Rolf Zehnder (CEO Kantonsspital Winterthur), Marcel Napierala (CEO Medbase) und Thomas Kraft (Leiter Impfzentrum Winterthur).

Zufriedener Rückblick auf ein Jahr Impfzentrum (v. l.): Rolf Zehnder (CEO Kantonsspital Winterthur), Marcel Napierala (CEO Medbase) und Thomas Kraft (Leiter Impfzentrum Winterthur).
George Stutz

Exakt vor einem Jahr öffnete das Impfzentrum Winterthur auf dem Rieter-Areal seine Tore. Seither sind rund 300'000 Impfungen verabreicht worden, was einem Zehntel der im Kanton Zürich durchgeführten Impfungen entspricht. Gemeinsam blickten heute Mittwoch, 6. April, die massgeblichen Personen des Impfzentrum-Betriebes – Rolf Zehnder, CEO des KSW, Marcel Napierala, CEO von Medbase, und der Impfzentrumsleiter Thomas Kraft – auf 248 intensive, herausfordernde Impftage zurück.

Zehnder erinnerte sich dabei an den 31. Dezember 2020 zurück, als er um 17 Uhr im Auftrag der kantonalen Gesundheitsdirektion erstmals mit dem Aufbau eines Winterthurer Impfzentrums konfrontiert wurde. «Nur wenig später, also noch vor dem Jahreswechsel, hatte ich diversen potenziellen Partnern wie Medbase, aber auch der Stadt Winterthur ein entsprechendes Mail versandt», so Zehnder. Schnell kristallisierte sich eine Zusammenarbeit mit Medbase-CEO Marcel Napierala heraus. Bereits am 4. Januar 2021 wurde Thomas Kraft sodann mit der Projektleitung für ein Winterthurer Impfzentrum betraut, zehn Tages später wurde das Konzept für dessen Betrieb bei der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich eingegeben.

Ende Januar erhielt die neu gegründete Gesundheits- und Impfzentrum WIN AG vom Kanton den Zuschlag, um am 6. April 2021 bereits den ersten 400 Winterthurern eine Pfizer-Impfung zu verabreichen. Über 1000 Winterthurerinnen und Winterthurer hatten sich als Hilfspersonen beworben, 700 wurden bis heute eingesetzt. Diese hatten in den Spitzenzeiten 2500 Menschen pro Tag geimpft. Eine Umfrage der ZHAW hatte ergeben, dass selbst bei dieser extremen Belastung, das Impfzentrum Winterthur hervorragende Arbeit geleistet hatte. «Sicher gab es zwischendurch auch Engpässe, aber insgesamt bekamen wir von den Besuchern sehr zufriedene Rückmeldungen. Viele Institutionen wie die Kiwanis oder der Rotary Club unterstützten uns, etwa mit kleinen Aufmunterungen für die geimpften Kinder. Eine Frau aus Seen nähte hunderte kleiner Stoffhühnchen, die wir den jüngsten Geimpften mitgeben durften», freute sich Thomas Kraft.

Die Ruhe vor einem möglichen nächsten Impfansturm

Derzeit hat der Impfzentrum-Leiter den Betrieb stark runtergefahren, rund 400 Personen lassen sich im Moment pro Woche noch impfen oder – etwa vor einer Auslandreise – testen. Später im Jahr, etwa im September oder Oktober, erwartet Kraft eine nächste Impfwelle, wenn dann die zweite Booster-Impfung Tatsache werden könnte. Rolf Zehnder äusserte sich zu diesen Prognosen vorsichtig, die Erfahrungen der letzten zwei Jahre mögen in seiner Aussage mitgespielt haben, als er sagte: «Es kommt immer anders als man denkt.»

Was er und Marcel Napierala aber mit Bestimmtheit wissen, ist, dass die ergänzende, wertvolle Zusammenarbeit zwischen dem KSW und Medbase auch dereinst in der «Nach-Corona-Zeit» beibehalten wird.

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