Publiziert 27. Aug. 2022, 07:00
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Zwei Geschwister, eine Marke

Modelabel aus Winti will sich einen Namen machen

Die Winterthurer Geschwister Giovanni und Veronica Di Stefano haben gemeinsam das Modelabel «Giove» gegründet. Einfach und elegant heisst das Luxus-Motto.

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red
Die Geschwister Giovanni und Veronica Di Stefano haben mit «Giove» ein eigenes Modelabel gegründet.

Die Geschwister Giovanni und Veronica Di Stefano haben mit «Giove» ein eigenes Modelabel gegründet.
Gaël Riesen

Schlicht und in schwarzer Farbe stehen sie auf dem T-Shirt geschrieben, die fünf Buchstaben «Giove». Der Name ist eine Zusammensetzung der Vornamen der zwei Gründer: Giovanni Di Stefano trägt schwarz, seine Schwester Veronica weiss. Das Modelabel, das die Geschwister auch stolz während des Interviews mit 84XO tragen, haben sie gemeinsam gegründet. Die T-Shirts haben unterschiedliche Schnitte, das von Veronica reicht fast bis zu den Knien, jenes von Giovanni ist kürzer. Beide Exemplare haben aber eine gewisse Zeitlosigkeit, die klar macht, dass sie nicht von der Stange eines Grossverteilers kommen – Veronica Di Stefano designt sämtliche Kleidungsstücke von «Giove» selbst.

Die 30-Jährige hat lange selbst in der Modebranche in einem Luxus-Detailhandelsgeschäft gearbeitet, ihr Interesse an Mode ging aber stets über den Job hinaus. Zusätzliches Know-how hat sie sich mit Tutorial-Videos im Internet angeeignet. «Ich wusste schon immer: Irgendwann will ich selbst etwas kreieren», erzählt die gebürtige Winterthurerin, die die Stücke teils innert wenigen Stunden zeichnet. Und das ohne Design-Studium.

Qualität und Preise im Luxussegment

Giovanni hat sein Mode-Wissen seiner Schwester zu verdanken. «Bevor ich jeweils aus dem Haus ging, musste meine Schwester kontrollieren, ob ich richtig angezogen bin», beschreibt der 35-Jährige die gemeinsame Zeit im Elternhaus und lacht. «Sie hat sehr kritische Augen.» Vor drei Jahren sei dann der Entschluss gefallen, zusammen einen Brand zu starten. Dass man sich ins Haifisch-Becken der Luxusmode stürzen wolle, sei schon immer klar gewesen, sagt der gelernte Kaufmann.

Das schlichte Auftreten der Marke erklärt Veronica wie folgt: «Wir wollen, dass sich unsere Kunden wohlfühlen und dass die Kleider mit allem kombinierbar sind.» Den Stoff aus hundertprozentiger Baumwolle wählt die Designerin selbst aus. Qualität sei ihr wichtig. Das Design der Kleider soll einfach und elegant sein, verspricht die Website, die ebenso minimalistisch und cool daherkommt. Die versprochene Qualität und das luxus-artige Design hat seinen Preis: Ein T-Shirt kostet im Online-Shop 79 Franken, die schnittige Jogging-Hose gibt es für 139 Franken.

Wollen künftig auf Swissness setzen

Die Stoffe stammen aus Bali, wo auch die Kleider momentan in einem Familienbetrieb produziert werden. Die fertigen Produkte kommen dann aus Asien in ein Lagerhaus in Winterthur, von wo die Geschwister die Designer-Kleider eigenhändig verpacken und an die Kunden verschicken – jeweils nach ihren eigentlichen Jobs oder am Wochenende. Giovanni versichert: «Bis jetzt ist noch kein Kleidungsstück sowie keine Beschwerde zurückgekommen.» Irgendwann soll die Produktion nach Europa verlegt und Schweizer Stoffe verwendet werden. Aktuell sei dies aber finanziell für die Jungunternehmer noch nicht stemmbar. Für ihr Modelabel haben sie auf eine Kreditaufnahme verzichtet haben, erklärt Giovanni, der mittlerweile selbst in der Finanzindustrie arbeitet.

Familie wird grossgeschrieben

Familie ist bei den beiden ein Riesenthema. Das betonen sie wiederholt. «Manchmal nervt man sich natürlich auch gegenseitig», sagt Giovanni schmunzelnd. Der Name «Giove» sei ein Einfall des Vaters gewesen und der Online-Shop wurde am Geburtstag des verstorbenen Grossvaters eröffnet. Bereits zwei Monate nach der Eröffnung des Shops mussten die Geschwister mit sizilianischen Wurzeln Ware nachbestellen. Natürlich haben sich die Shirts, Trainerhosen und Mützen in den Kollegenkreisen herumgesprochen, erzählt Veronica. Aber bald schon hätten sie jemanden mit einem «Giove»-Shirt auf der Strasse gesehen, der ihnen unbekannt war. Das erste Ziel war geschafft. Giovanni Di Stefano: «Das, was wir kreieren, so zu sehen, macht Freude.»

Von Gaël Riesen

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