Publiziert 15. Sep. 2022, 09:29
8400

Umfrage von House of Winterthur

Mit dem Unternehmens-Standort Winterthur zufrieden

Fast 90 Prozent von befragten Unternehmen zeigen sich zufrieden mit dem Standort Winterthur.

G
George Stutz
Die meisten Unternehmen schätzen die Rahmenbedingungen in der Eulachstadt.

Die meisten Unternehmen schätzen die Rahmenbedingungen in der Eulachstadt.
deuring photography

Seit fünf Jahren führt House of Winterthur die Unternehmensbefragung durch. Sie ist ein wichtiges Instrument, um die Stimmung in der Wirtschaftsregion Winterthur zu messen. Die Ergebnisse der diesjährigen Befragung zeigen auf: Die Zufriedenheit aller befragten Unternehmen ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 10 Prozent auf 87 Prozent gestiegen. Sie gaben an, dass sie eher bis sehr zufrieden mit den Rahmenbedingungen am Standort Winterthur sind. Im Vorjahr waren es rund 77 Prozent. Diese Zuversicht zeigt sich vor allem in der Zunahme der geplanten Investitionen sowie in der Bereitschaft, Personal zu rekrutieren. Beantwortet wurde die Umfrage zu 77 Prozent von Mitgliedern der Geschäftsleitung.

Zu wenig Fachkräfte

Während im letzten Jahr die Corona-Pandemie als grösste Herausforderung genannt wurde, sorgen sich die Winterthurer Unternehmen aktuell vor allem um den Fachkräftemangel. 18 Prozent aller Befragten nannten den Mangel an Fachkräften als grösste Herausforderung. Auch die Energieknappheit sorgt für Unsicherheit. Der Fachkräftemangel, die steigenden Preise sowie die Lieferkettenengpässe bereiten den Unternehmen aber zum Zeitpunkt der Umfrage im August 2022 deutlich mehr Sorgen.

Bei der Verfügbarkeit von Fachkräften am Wirtschaftsstandort Winterthur sind sich die Befragten uneinig. Knapp die Hälfte zeigte sich zufrieden und fast gleich viele gaben an, unzufrieden mit dem Angebot an Fachkräften zu sein. Ebenso uneinig sind sich die Befragten darüber, ob die Verfügbarkeit von Arbeitskräften in anderen Regionen besser ist als in der Region Winterthur. Diese Einschätzung überrascht Roger Graber, Leiter Wirtschaftsförderung: «Winterthur ist eine der grössten Städte in der Schweiz, verkehrstechnisch erstklassig erschlossen und bietet als Technologie- und Bildungsstandort ein eher überdurchschnittlich grosses Reservoir an MINT-Fachkräften. Dieser Vorteil wird scheinbar zu wenig wahrgenommen oder genutzt.» Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, investieren die befragten Unternehmen vermehrt in Aus- und Weiterbildung von bestehenden Mitarbeitenden. Neben gesteigerten Rekrutierungsaktivitäten setzen die Unternehmen verstärkt auf nicht monetäre Anreize; besonders im Trend liegen flexible Arbeitsmodelle oder die Möglichkeit auf Homeoffice.

«Den Standort von innen heraus stärken»

Über die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass die ansässigen Bildungsinstitutionen einen positiven Einfluss auf das Angebot an Fachkräften haben. Im Kern zielen die meisten Massnahmen darauf ab, die Mitarbeitenden besser zu qualifizieren und stärker an das Unternehmen zu binden. «Das macht Sinn. Gut ausgebildete und zufriedene Mitarbeitende sind produktiver und bleiben länger», interpretiert Roger Graber die Resultate und ergänzt: «Das wird allerdings nicht reichen. In der Standortförderung geht es längst nicht mehr nur darum, möglichst viele Unternehmen anzusiedeln, sondern auch darum, die schlauesten Köpfe und flinksten Hände in der Region zu halten. Für uns ist es daher wichtig, die Hochschulen, Absolventen und Unternehmen vor Ort miteinander so zu vernetzen, damit der Standort von innen heraus gestärkt wird.»

Das könnte Sie auch interessieren