Publiziert 09. Jan. 2023, 10:24
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Tiefbauamt soll Gutachten erstellen

Kommt bald flächendeckendes Tempo 30 in der Breite?

Die «IG Lebensraum Breite-Vogelsang» fordert mehr Sicherheit und Lärmschutz für ihr Quartier, unter anderem mit flächendeckendem Tempo 30. Der Stadtrat prüft nun die Geschwindigkeitsreduktion, weitere Forderungen lehnt er allerdings ab.

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Ramona Kobe
Noch gilt Tempo 40 auf der Breitestrasse. Für die «IG Lebensraum Breite-Vogelsang» ist das zu schnell; sie fordert eine Geschwindigkeitsreduktion.

Noch gilt Tempo 40 auf der Breitestrasse. Für die «IG Lebensraum Breite-Vogelsang» ist das zu schnell; sie fordert eine Geschwindigkeitsreduktion.
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Bis zu 8000 Fahrzeuge verkehren täglich zwischen Storchenbrücke und Zwingliplatz durch das Breite-Quartier. Trotz Tempo 40 gehört die schmale Breitestrasse zu einer der am stärksten befahrenen Quartiertangente in Winterthur. Ebenso die Untere Vogelsangstrasse, auf der für Fahrzeuge Tempo 50 erlaubt ist. Das ist viel zu schnell, findet die «IG Lebensraum Breite-Vogelsang», weshalb sie dem Stadtrat im vergangenen Juni die Petition «Mehr Sicherheit, mehr Lärmschutz. Tempo 30 im Breite-Vogelsang-Quartier jetzt!» übergab. Die Interessengemeinschaft fordert flächendeckendes Tempo 30 auf der gesamten Breite- und Unteren Vogelsangstrasse.

Der Stadtrat nimmt diese Forderungen ernst und beauftragt das Tiefbauamt, ein entsprechendes Gutachten für die beiden Strassen zu erstellen, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Obschon die Untere Vogelsangstrasse bereits im Jahr 2018 beurteilt wurde und im Rahmen des städtischen «Zielbild Temporegime» eine Geschwindigkeitsreduktion rund um das Ausgangsviertel vorgesehen ist, wird das Tempo-30-Gutachten die gesamte Strasse einbeziehen. Dadurch wolle der Stadtrat unter anderem einen Flickenteppich von verschiedenen Temporegimes vermeiden. Das Verkehrsgutachten soll bis Ende 2023 vorliegen.

Fussgänger sollen länger grün bekommen

Die «IG Lebensraum Breite-Vogelsang» appelliert zudem lange Grünzeiten auf Fussgängerstreifen an gefährlichen Stellen. Diese Forderung hat das Tiefbauamt bei der Storchenbrücke bereits umgesetzt; dort bekommen Fussgänger länger grün, um die Strasse zu überqueren. Die neue Anlage entspreche dem aktuellen Stand der Technik, wie es im medialen Schreiben weiter heisst. «Die Verkehrssicherheit ist für alle Verkehrsteilnehmende nach den aktuellen Normen gewährleistet.» Weitere Anpassungen zugunsten des Fussverkehrs seien aufgrund des heutigen Verkehrsaufkommens nicht machbar.

Für mehr Sicherheit sollen zusätzliche Schulweghilfen sorgen, die an der Kreuzung Breite-/Jonas-Furrer-Strasse und am Streifen Wylandbrücke/Untere Vogelsangstrasse eingesetzt werden.

  • In 20 Jahren soll auf fast allen Strassen in Winterthur Tempo 30 gelten. Diese neue Verkehrskultur verfolgt der Stadtrat mit seiner übergeordneten Planungsgrundlage «Zielbild Temporegime». Erste Schritte hat er bereits unternommen, indem (fast alle) Quartiere zu Tempo-30-Zonen umgestaltet wurden. Auch die nächste Zwischenetappe läuft bereit: Die Strassen rund um die Altstadt werden verkehrsberuhigt. Das löste Widerstand von verschiedenen Seiten aus.

Der Forderung für eine sichere Lösung für Velofahrende – zum Beispiel mittels durchgängiger Velostreifen in beiden Richtungen auf der Breitestrasse – wird gemäss Stadtrat im Rahmen des Strassenprojekts Breitestrasse untersucht, ebenso der Einbau von lärmarmen Strassenbelägen. Weil zwischen Storchenbrücke und Technikumstrasse keine Sanierung vorgesehen ist, werde vorerst auf einen neuen, lärmarmen Belag verzichtet.

Kein nächtliches Fahrverbot

Um das Quartier Breite von schwerem Durchgangsverkehr zu entlasten, hat der Stadtrat die bestehende Zufahrtsbeschränkung für Lastwagen und Gesellschaftswagen aus dem Jahr 1965 im vergangenen Mai angepasst. Das Lastwagenfahrverbot ist rechtskräftig und wurde auf die Seitenstrassen ausgeweitet. Auf zusätzliche Verbote für Motorräder auf der Breite- und auf der Unteren Vogelsangstrasse sowie auf eine zeitliche Beschränkung des Durchgangsverkehrs von 19 bis 6 Uhr sowie am Wochenende auf der Breitestrasse verzichtet der Stadtrat aus rechtlichen Gründen, weil es sich um eine kantonale Hauptverkehrsstrasse handelt.

Um die Tempolimiten und Verbote durchzusetzen und somit einer weiteren Forderung der IG entgegenzukommen, hat die Stadtpolizei an der Breitestrasse ein stationäres Gerät zur Geschwindigkeitsüberwachung installiert. Zusätzlich finden regelmässige Kontrollen im Umfeld statt.

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