Publiziert 13. Apr. 2022, 09:08
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1300 Quadratmeter grosse PV-Anlage

Kistenproduktion neu mit Strom vom eigenen Dach

In der Grüze nutzt die Optimo Group mit einer 1300 Quadratmeter grossen PV-Anlage die Sonnenkraft.

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George Stutz
Adrian Kienast (rechts), CEO der Optimo Group, und Dominik Uhlmann auf dem Dach ihres Unternehmens.

Adrian Kienast (rechts), CEO der Optimo Group, und Dominik Uhlmann auf dem Dach ihres Unternehmens.
zvg

Noch liegen viele Dächer vorab von Geschäfts- und Industriegebäuden in Winterthur brach, was die Nutzung von Sonnenkraft betrifft. «Auf Industriedächern herrscht noch Solarflaute» titelte diesbezüglich der «Landbote» in seiner Ausgabe vom 4. März und meinte damit primär die Grüze. Betrachtet man Google-Luftaufnahmen des Industrieareals Neuhegi-Grüze, so findet man kaum ein mit Photovoltaik-Paneelen belegtes Dach. «Das sind etwas ältere Aufnahmen», meinen dazu Adrian Kienast und Dominik Uhlmann von der Optimo Group.

Denn unlängst hat ihr Unternehmen auf dem Dach der Liegenschaft an der Im Link-Strasse eine 1300 Quadratmeter grosse, jährlich rund 270’000 kWh (entspricht in etwa 60 Haushalten mit 4 Personen) liefernde PV-Anlage in Betrieb genommen. Gerne hätte die in den Bereichen Technik, Personalverleih, Logistik, Mietwerkzeuge, Druck sowie IT-Lösungen tätige Optimo Group noch mehr Flächen ihres Unternehmens für die Sonnenkraft genutzt. Dazu meint Uhlmann: «Leider waren wir auf unsere mittlere Dachfläche limitiert, da es aus statischen Gründen auf der angrenzenden Halle schwierig gewesen wäre.»

Inbetriebnahme exakt vor der massiven Strompreis-Erhöhung

Den Entscheidungsträgern der Optimo Group war wichtig, mit effizienten Modulen die vorhandene Dachfläche zu nutzen sowie mit einem lokalen Partner zusammenzuarbeiten. «Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme im vergangenen Dezember war zudem eine Punktlandung. Denn kurz darauf sind die Strompreise massiv gestiegen, was der PV-Anlage natürlich noch mehr Berechtigung schenkt», freut sich Adrian Kienast. Physisch fliesst der produzierte Strom seither ins Stadtnetz, die Optimo-Kistenproduktion bezieht den benötigten Strom sodann wieder vom Stadtnetz zurück.

«Allerdings berücksichtigt Stadtwerk, wie viel Strom tatsächlich in der darunterliegenden Halle genutzt wird. Der Tarif für den nicht von uns genutzten Teil ist tiefer als derjenige, welcher uns Stadtwerk abrechnet. Somit profitieren wir mehr, wenn wir den Strom für unsere Holzbearbeitungsmaschinen selber nutzen, anstatt diesen zurückzuspeisen», so Kienast. Auch wenn sich die Optimo Group als KMU keinen Nachhaltigkeitsmanager leisten kann und auch keine gruppenweite Nachhaltigkeitsstrategie vorhanden ist, so wird im Winterthurer Unternehmen kontinuierlich und gezielt auf erneuerbare Energie gesetzt.

Adrian Kienast, CEO Optimo Group

«Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme war eine Punktlandung. Denn kurz darauf sind die Strompreise massiv gestiegen»

So stehen im Geschäftsbereich Printimo bereits elektrische Fahrzeuge im Einsatz, der Grossteil der Stapler fährt ebenfalls elektrisch. Im Zuge der neuen PV-Anlage wurde zudem kürzlich ein Stapler mit Lithium-Ionen-Technologie angeschafft. Dieser lässt sich deutlich schneller aufladen, wodurch während den Mittagspausen der Strom der neuen PV-Anlage bezogen werden kann.

Die Nachhaltigkeit im Fokus

Abschliessend sagt Dominik Uhlmann: «Die Nachhaltigkeit beziehen wir bei all unseren Entscheidungen mit ein. Neben der Nachhaltigkeit muss es aber immer auch wirtschaftlich sein. Unsere LKW fahren deshalb leider noch nicht elektrisch. Die Technologie ist hierzu zwar vorhanden, aber noch sehr teuer und bringt im Moment noch weitere Hürden mit sich. Nicht so die PV-Anlage. Diese ist das beste Beispiel, dass man Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit durchaus unter einen Hut bringen kann.»

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