Publiziert 13. Aug. 2022, 07:00
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Drohnen-Experte Gilbert Wyrsch

In Sachen Drohnenfliegen «nur» noch Rosinenpicker

Der Seemer Drohnen-Experte Gilbert Wyrsch ist heute primär Kursinstruktor.

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George Stutz
Tipp vom Experten Gilbert Wyrsch: «Mit dieser Mini 3 Pro können die meisten Drohnenbereiche für relativ wenig Geld abgedeckt werden.»

Tipp vom Experten Gilbert Wyrsch: «Mit dieser Mini 3 Pro können die meisten Drohnenbereiche für relativ wenig Geld abgedeckt werden.»
George Stutz

Seine Drohnen in der Freizeit über die Dächer Winterthurs fliegen zu lassen und dabei Bilder und Videos aus der Vogelperspektive zu produzieren, wecke in ihm nicht selten das «Kind im Manne», hatte Gilbert Wyrsch 2016 in einem Zeitungsbericht erzählt. Sechs Jahre später lässt der heute 58-Jährige die Exemplare seiner kleinen Drohnen-Sammlung nur noch selten steigen. «Heute nehme ich nicht mehr wie damals fast jeden Auftrag für Flugaufnahmen an. Die meisten Anfragen gebe ich einem Kollegen weiter. Die ganz interessanten Projekte, wie herausfordernde Vermessungsflüge, führe ich aber nach wie vor gerne aus.»

Ein Tag die Woche Drohnen-Instruktor

Das Pensum, das der Seemer heute für seine Beschäftigung mit den kleinen, wendigen Fluggeräten belegt, beträgt nach wie vor 20 Prozent. Diese deckt er vorwiegend mit seinen Drohnenkursen ab. Denn: Kurz nach dem besagten Zeitungsbericht hatte Wyrsch erste Drohnenseminare in Zusammenarbeit mit dem Baumeisterverband im Kurszentrum Effretikon gegeben, wie er erzählt: «Der Theorie- und Praxisteil steht dabei allen Branchen und auch Privatpersonen offen. Vielfach sind es aber schon Personen, wie Baufachleute, die bei mir lernen, Vermessungen per Drohnen durchzuführen, oder beispielsweise auch Immobilien-Makler, die Mitarbeitende in den Kurs schicken, um ihre Immobilien ins beste Fotolicht rücken zu können.»


Obwohl in der Schweiz bis auf die Beachtung von Sicherheitsabständen zu Menschenansammlungen und Flughäfen das Vorweisen eines Haftpflicht-Versicherungsnachweises für Geräte ab 500 Gramm keinerlei Kurszwänge oder entsprechende Registrierungsregeln bestehen, finden Wyrschs Kurse grossen Anklang. Und trotzdem bleibt er seinem Hauptberuf als Spezialist im Bereich von Gebäude-Sicherheitslösungen treu. «Im Moment kann ich von meinem Arbeitspensum von 80 Prozent nicht runter, und wenn ich dann mal auf 60 Prozent reduziere, dann nutze ich die Freizeit sicher für meine Familie und mich selbst und nicht, um für Drohnen-Projekte mehr Luft nach oben zu haben», sagte er mit einem Lächeln im Gesicht.

Gemäss Google bekanntester Drohnen-Experte

Man nimmt es ihm, der als Schweizer Drohnen-Experte im Google-Ranking zuoberst erscheint, nicht ganz ab. Insbesondere dann nicht, wenn er von all seinen Drohnen-Erfahrungen, von den neusten Modellen, seinem grossen Wissen und davon erzählt, seit kurzem auch Kurse für die in der EU nötigen Fluglizenzen anzubieten, sowie seinen Websites stets Updates mit allen News, neuesten Tipps und vielem mehr zu verpassen.

Und der Winterthurer Stadtpolizei könnte er auch Hand anbieten, um künftig 30’000-fränkige Drohnen nicht mehr in Hindernisse zu fliegen? Gilbert Wyrsch winkt ab: «Wo da genau das Problem lag, weiss ich nicht, zumal solch moderne und teure Drohen in der Regel Hindernisse selbstständig umfliegen und auch bei einem Propellerausfall nicht unsteuerbar werden.» Ganz gefeit vor Zwischenfällen sei man aber nie. Werde die Drohne gefunden, könne die Ursache sicher untersucht werden. «Und ja, auch wenn die Drohnen-Polizisten sicher top ausgebildet sind, so stünden die Türen zu meinen Kursen selbstverständlich auch ihnen offen.»

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