Publiziert 27. Sep. 2022, 07:55
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Technikumstrasse wird zur Flaniermeile

Grosses Publikumsaufkommen am ersten Winterthurer Klimatag

Geigenklänge von der Slackline, Familienyoga mitten auf der Strasse oder moderierte Klimaspiele: Der Klimatag verwandelte die sonst lärmige Technikumstrasse am vergangenen Sonntag in eine bunte Flaniermeile.

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red

Es war ein aussergewöhnliches Bild, das sich den Besucherinnen und Besuchern des ersten Winterthurer Klimatags am vergangenen Sonntag bot: Familien mit Kinderwagen mitten auf der Strasse, dribbelnde Fussballspieler, bunte Kreidezeichnungen, Seifenblasen und Bistrotische am Strassenrand. Die Stimmung war friedlich und ausgelassen an diesem verregneten Sonntag auf der Technikumstrasse. Es wurde gespielt, angeregt diskutiert und zu Livemusik getanzt. Bei einigen älteren Semestern weckte die Szenerie Erinnerungen an die autofreien Sonntage der Siebzigerjahre.

Flanierende Menschen statt Autolärm

Der Klimatag, der wegen der Covid-Pandemie bereits zweimal verschoben werden musste, stand unter dem Motto «ein Tag ohne Auto für unser Klima». Die Stadt Winterthur lud alle Bewohnerinnen und Bewohner ein, an diesem Tag das Auto zuhause stehen zu lassen und zu Fuss, mit Velos oder Skateboard die verkehrsbefreite Technikumstrasse zu entdecken. Über zwanzig lokale Winterthurer Organisationen waren dort mit einem eigenen Stand vertreten. Nebst einem breiten Informations- und Beratungsangebot von städtischen Stellen und Fachorganisationen wurden auch innovative Forschungsideen für die Mobilität der Zukunft vorgestellt oder klimaschonende Fahrzeuge zur Probefahrt angeboten. Für Stimmung sorgten Carole Brunner von Ginger and The Alchemists und der lokale Mundartsänger Andryy.

Ein Tag ganz im Zeichen des Klimas

In der Schweiz ist rund ein Drittel der CO2-Emissionen auf den Verkehr zurückzuführen. Die Mobilität ist damit ein zentraler Faktor im Klimaschutz. Ein Wandel zu weniger Verkehr und nachhaltigeren Mobilitätsformen ist notwendig, um den CO2-Ausstoss zu senken und das Winterthurer Netto-Null-Ziel bis 2040 zu erreichen.

Mit dem Klimatag will die Stadt Winterthur darum Veränderung im Mobilitätsverhalten anstossen. Der Anlass bot Gelegenheit, um über die Formen der Mobilität der Zukunft nachzudenken und leistungsfähige und nachhaltige Lösungen zu diskutieren. Auch Passantinnen und Passanten, die zufälligerweise bei der Technikumstrasse vorbeikamen, fanden vor Ort anregende Auseinandersetzungsmöglichkeiten mit dem Thema.

Organisiert wurde der Tag von der Fachstelle Klima der Stadt Winterthur in enger Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren und Unternehmen aus Winterthur. Anstoss für den Klimatag gab eine Interpellation des Stadtparlaments aus dem Jahr 2019.

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