Publiziert 11. Nov. 2022, 06:30
8400

ZHAW-Studie zeigt

Grosse Mehrheit der Gäste gibt Trinkgeld, allerdings nicht gleich viel

In bedienten Restaurants geben 85 Prozent der Gäste Trinkgeld. Wie eine ZHAW-Studie zeigt, runden viele auf den nächsthöheren Betrag auf, andere berechnen anhand eines fixen Prozentsatzes.

r
red
Eine Studie der ZHAW zeigt: Fast alle Schweizerinnen und Schwizer geben Trinkgeld. Die Motivation hinter dem Extra variiert allerdings.

Eine Studie der ZHAW zeigt: Fast alle Schweizerinnen und Schwizer geben Trinkgeld. Die Motivation hinter dem Extra variiert allerdings.
Symbolfoto: zvg

Wann, wem und wie viel? Trinkgeld ist bekanntlich so eine Sache für sich. Während in Kanada und den USA ein zusätzliche Betrag in Restaurants und Bars schon fast obligatorisch ist, gilt Trinkgeld in anderen Ländern als verpönt oder gar gesetzlich verboten. In der Schweiz ist es praktisch überall im Preis inbegriffen, dennoch belohnen viele Kundinnen und Kunden einen freundlichen Service oder eine gute Leistung mit einem Extra. Eine Studie der ZHAW School of Management and Law im Auftrag von Worldline zeigt, dass hierzulande rund 85 Prozent der Gäste in bedienten Restaurants ein Trinkgeld geben. Bei der Höhe gehen die Vorgehensweisen jedoch auseinander.

Wie die Auswertung der Studie zeigt, folgen die meisten Menschen einer bestimmten Faustregel oder Entscheidungshilfe. Rund ein Fünftel der Befragten rundet auf den nächsthöheren Fünf-Frankenbetrag auf. Knapp 17 Prozent gaben an, jeweils 10 Prozent Trinkgeld auf den Rechnungsbetrag zu geben. Und genauso viele machen den Betrag vom aktuell verfügbaren Bargeld ab. Denn die Studie zeigt auch, dass über drei Viertel der Befragten den Zusatz-Beitrag bar bezahlen.

Dieser Wert sei auf den ersten Blick überraschend hoch, sagt Studienleiter und ZHAW-Dozent Marcel Stadelmann. «Dies lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass 26,1 Prozent der Befragten angaben, den Rechnungsbetrag im Restaurant bargeldlos zu begleichen, das Trinkgeld jedoch in bar zu übergeben.» Weiter nennt er die vermutete Verteilung als Grund für die Barzahlung. «Es wird teilweise bewusst in bar übergeben, damit es direkt der einkassierenden Serviceperson zugutekommt.»

Dankbarkeit zeigen überwiegt als Motivation

Warum soll man überhaupt Trinkgeld geben? Auch dieser Frage ging die Hochschule nach. Bei der Motivation hinter dem zusätzlichen Betrag zeigt sich, dass das Zeigen von Dankbarkeit gegenüber dem Servicepersonal mit Abstand im Vordergrund steht. Aber auch die tiefen Löhne des Servicepersonals wollen die Gäste mit den Trinkgeld aufbessern. Ebenso gab ein Drittel der Befragten an, sich gut zu fühlen, wenn sie jemandem eine Freude machen können und erachten Trinkgeldgeben als soziale Norm.

Wer kein Trinkgeld gibt, nennt die bereits im Lohn inbegriffene Serviceleistung, die ohnehin schon hohen Preise in Restaurants oder fehlende finanzielle Mittel als Gründe.

Geben Sie Trinkgeld?
Resultat
Geben Sie Trinkgeld?
Das könnte Sie auch interessieren