Publiziert 30. Okt. 2022, 05:00
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Peter Junkers Kolumne

Gleichstellung, Frauenförderung

Unser Kolumnist Peter Junker findet: Wir reden zu oft über Normen und Werte statt Menschenleben und Kindersterben.

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Peter Junker ist  
Unternehmungsberater 
und Dozent an einer 
Fachhochschule.

Peter Junker ist Unternehmungsberater und Dozent an einer Fachhochschule.
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In den Sonntagsmedien habe ich gelesen, dass nicht nur die weissen alten Männer, sondern vor allem die männliche Jugend mit Gleichstellungsmassnahmen, Diversität, Gender und  der «vergenderten» Sprache ihr liebe Mühe bekundet.

Das ist bemerkenswert, denn schliesslich ist die heutige Jugend kaum so lebensfremd, als dass sie nicht bemerken würde, wo es weltweit wirklich brennt, gefährlich brennt! Denn jedes Jahr finden weltweit um die 20 bewaffneten Konflikte und Kriege statt.

Etwa zweitausend Kilometer östlich von uns tobt ein brutaler Angriffskrieg, der sich gefährlich ausweiten könnte. Covid nimmt gerade einen neuen Anlauf, die Welt in einer neuerlichen Welle zu überrollen. Hunderte Millionen Menschen leben unter der Armutsgrenze, bedroht von Krankheit, Seuchen und Tod. 820 Millionen Menschen oder elf Prozent der Weltbevölkerung hungern weltweit. Über drei Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben durch Hunger. Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Hunger.

Doch die Schweizer Öffentlichkeit nimmt das gleichmütig und als gegeben hin, gibt diesen Themen kaum Priorität. Lieber streitet man sich vehement über Gleichstellung, Frauenförderung, Gender und Diversität. Das ist nackte Ignoranz, purer Egoismus,  egoistische Selbstbezogenheit, gezieltes Wegschauen und Dekadenz. Mir wird übel, wenn ich konstatieren muss, dass bei uns gesellschaftliche Normen, Werte und Formen einen weit höheren Stellenwert geniessen sollen als Menschenleben und Kindersterben.  

Von Peter Junker, Unternehmungsberater und Dozent an einer Fachhochschule

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