Publiziert 18. Sep. 2022, 09:38
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Vorbereitung auf Energieengpässe

Gehen Sportplätzen bald die Lichter aus?

Bereits jetzt sind auch Betreiber von Sportanlagen und Vereine angehalten, wo möglich Energie einzusparen.

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George Stutz
Gehen auf der Schützi die Lichter aus, kann nur noch bei Tageslicht gespielt werden.

Gehen auf der Schützi die Lichter aus, kann nur noch bei Tageslicht gespielt werden.
George Stutz

Zwar bestimmt schlussendlich der Bund, mit welchen Massnahmen die Schweiz die drohende Energiemangellage bewältigen wird. Trotzdem sind auch Gemeinden, Städte wie Winterthur und deren Einwohner, das Gewerbe und Vereine angehalten, bereits jetzt Energie einzusparen, um unter anderem zur Füllung der Stauseen beizutragen.

84XO hat bei Sportamt-Chef Dave Mischler nachgefragt, wo im Sportbereich Sparpotenzial vorhanden ist. «Im Sportbereich führt die Stadt Winterthur seit Jahren ein Energiemonitoring und versucht laufend die Betriebe zu optimieren. Aufgrund der drohenden Energiemangellage geht es nun aber darum, Komfortmassnahmen (beispielsweise kühlere Raumtemperaturen, eingeschränkte Beleuchtung, tiefere Wassertemperaturen) zu eruieren, damit Verzichtmassnahmen (eingeschränkte Öffnungszeiten, Schliessungen von Anlagen) möglichst verhindert werden können. Beide Massnahmen-Typen sind selbstverständlich auch im Sportbereich vorhanden, respektive umsetzbar, je nach Erfordernis der Situation oder Vorgaben des Bundes», so Mischler.

Kurzfristige Verbesserungen werden geprüft

Gleichzeitig wird gemäss Mischler auch eruiert, wo noch kurzfristig Massnahmen umgesetzt werden könnten: «Kurzfristige und isolierte Infrastruktur-Projekte, wie beispielsweise ein Beleuchtungsersatz in den Herbstferien, müssen vertiefter angeschaut werden. Die Umrüstung der Beleuchtung der Leichtathletik-Rundbahn auf dem Deutweg ist bereits in der Investitionsplanung für 2023 eingestellt.»

Trifft der Energieengpass tatsächlich ein, müssen private Haushalte die Heizungen runterschrauben und unter Umständen mit temporären Stromunterbrüchen rechnen. Wäre dann eine Beleuchtung von Sportplätzen für Matches und Trainings noch verantwortbar? Dave Mischler sagt, dass sich das Sportamt auch mit diesem Szenario auseinandersetzt: «Die Stadt Winterthur ist mit dem Sportamt in einem Netzwerk mit Swiss Olympic, dem Städteverband, dem Bundesamt für Sport, dem Verband Hallen- und Freibäder und der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Sportämter. Dieses Netzwerk beabsichtigt, mögliche Massnahmen abzustimmen. Damit soll möglichst vermieden werden, dass beispielsweise Fussballvereine in Winterthur nicht mehr trainieren könnten, in den umliegenden Gemeinden aber schon. Dies würde zu schwierigen Situationen führen.»

Gespräche mit Vereinen folgen später

Neben der Beleuchtung könnten aber auch energieintensive Anlagen wie Kunsteisfelder oder Hallenbäder von einschränkenden Massnahmen betroffen werden, was dann auch Einfluss auf den Wettkampf- und Trainingsbetrieb hätte. Diesbezügliche Gespräche zwischen dem Sportamt und den lokalen Vereinen folgen aber erst in einer späteren Phase, wie Dave Mischler erklärt: «Vorerst laufen noch die Absprachen zwischen den nationalen Verbänden, Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport.»

Der erwartete Energie-Engpass hat auch einen Einfluss etwa auf die Stromgebühren. So soll in Winterthur der Strom 30 Prozent aufschlagen. Eine Gebührenanpassung von Sportamt-Seite her ist gemäss Dave Mischler aber noch nicht eingeplant, denn: «Gewisse Vereine, unter anderen solche mit eigener Infrastruktur, wie etwa Tennisclubs, aber auch der FC Winterthur, bezahlen die Stromkosten selbst und werden darum direkt belastet.»

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