Publiziert 06. Juli 2022, 16:45
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Korso durch die Winterthurer Altstadt

Frackumzug ist dann, wenn es faucht, knallt und raucht

Die ZHAW-Absolventenklassen ziehen am Freitag ab 16 Uhr mit neun selbstgebauten Frackmobilen durch die Winterthurer Altstadtgassen.

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George Stutz
Die selbstgebauten Umzugsmobile sind die Highlights des freitäglichen Korsos durch die Altstadt.

Die selbstgebauten Umzugsmobile sind die Highlights des freitäglichen Korsos durch die Altstadt.
zvg

Rund 500 Studierende beschliessen diesen Sommer ihre Ausbildung an der ZHAW. Erstmals nach der Pandemie konnten alle traditionellen Abschlussprozedere wie die letzte Bartrasur an den Altstadtbrunnen und die anschliessende Bierbekanntgabe am 30. März oder die Frackwoche mit diversen Partys Ende Mai durchgeführt werden. Am kommenden Freitagabend erfolgt ab 16 Uhr auf der Route Neumarkt – Steinberggasse – Obergasse – Marktgasse – Unterer Graben der Frackumzug. Die in Frack und mit Zylinderhut gekleideten Absolventen präsentieren dabei ihre wuchernden, 100 Tage alten Vollbärte. Die Absolventinnen begehen den Altstadtumzug in aufwändiger Biedermeier-Robe. Ein echtes Zuschauerspektakel bieten dabei die von den Abschlussklassen selbstgebauten, mit viel Kreativität und technischem Know-how versehenen, unüberhörbar lauten neun Umzugsfahrzeuge. «Einen ersten Eindruck der Mobile gab es schon an der Frackwoche. Man kann sagen, dass die Anzahl der Mobile zwar klein ist, dafür aber deren Qualität umso besser», sagt Hendrik Hofmann, Co-Präsident des organisierenden Frackwoche-Vorstandes.

Öffentliche Nacht der Technik

Ohne Pannen und Zwischenfällen sollte der Korso die erwähnte Altstadt-Route bis 17.30 Uhr bewältigt haben, zumal ab 18 Uhr die ZHAW School of Engineering ihre Türen zur Nacht der Technik für die Absolventen und deren Familien und Freunde, aber auch für die Winterthurer Bevölkerung öffnet. Unter dem Motto «Welt der Daten» werden spannende Einblicke in die Forschung mit künstlicher Intelligenz, Augmented Reality und Robotik vermittelt. Daneben werden den Besuchenden Führungen durch die Forschungslabors und die Besichtigung der Abschlussarbeiten der diesjährigen Absolventinnen und Absolventen angeboten. Ausserdem sorgen Live-Acts für Unterhaltung auf dem Vorplatz des Technikums. Im Fokus dabei auch die grosse Zugangstreppe.

Vor dem «Bartab» der Bleistifttest

Denn, integriert in die Nacht der Technik, erfolgt vor der Bartrasur die sogenannte Bartprüfung. Deren Handhabung werde den Klassen überlassen, so Hendrik Hofmann: «Beispielsweise gilt bei einer Klasse die Bartprüfung als bestanden, wenn eine grosse Bleistiftmine im Bart stecken bleibt und damit die Treppenstufen des Technikums hinauf und hinunter gegangen wurde.» Fällt das Schreibzeug raus, so erfolgt je nach Klasse eine mildere oder härtere Bestrafung, um danach doch noch als würdiger Absolvent zu gelten. Parallel zum Bartvertrag hatten und haben auch die Absolventinnen Aufgaben zu bewältigen. «In unserer Klasse brachten die Frauen im März eine Pflanze in die Schule mit und müssen diese bis zum Frackumzug hegen und pflegen, um ebenfalls als würdige Absolventinnen angesehen zu werden», so Hofmann.

Die Abschluss-Zeremonien des Wochenendes bedeuten für die ZHAW-Absolventinnen und Absolventen den zweitletzten Akt ihres Studiums. Erst nach den Sommerferien folgen noch die Diplomfeiern der einzelnen Studiengänge.

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