Publiziert 20. Dez. 2022, 06:30
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Rikscha-Fahrten durch Winterthur

Durch die Stadt «gondeln» fast wie in Venedig

Der Verein «Radeln ohne Alter Winterthur» bietet Fahrten mit E-Rikschas an. Bewohnenden des «Wiesengrunds» waren auf Testfahrt durch die Eulachstadt.

G
George Stutz
Brigitt Trenz (r.) auf Probefahrt im Garten des Seniorenzentrums Wiesengrund.

Brigitt Trenz (r.) auf Probefahrt im Garten des Seniorenzentrums Wiesengrund.
zvg

Sie sind aus Venedigs Kanälen nicht wegzudenken, die schmalen Touristenboote mit den singenden, auf den Heckschnäbeln der Lagunenschiffchen stehenden Gondoliere. Zwar handelte es sich nicht um einen solchen, der eine Rikscha mit elektrounterstützendem Antrieb unlängst durch den Garten des Seniorenzentrums Wiesengrund steuerte. Und doch konnte sich die bald 90-jährige Brigitt Trenz künftige Entdeckungsfahrten bestens vorstellen. «Um schöne Ecken und Plätze der Stadt zu entdecken, muss ich nicht weit in den Süden fahren, da hat mir Winterthur nach wie vor viel zu bieten», meint die Seniorin, die die Rikscha-Testfahrt zusammen mit einer ganz jungen Mitfahrerin aus einer nahgelegenen Kita unternommen hatte. Trenz, die in den 80er-Jahren in der Grüze über viele Jahre den beliebten und legendären Jugend-Treffpunkt «Brainticket» geführt hatte, könnte sich gut vorstellen, im Frühling oder Frühsommer in einer Rikscha an Stätten ihrer Winterthurer Vergangenheit «gegondelt» zu werden, «wenn denn dieses tolle Angebot wirklich auch kommen wird», wie sie sagt.

Für Betagte und Behinderte kostenlos

Es wird. Denn wie Esther Müller, Präsidentin des für die Rikscha verantwortlichen Fördervereins «Radeln ohne Alter Winterthur» sagt, wurden die ersten Fahrten bereits im August 2022 aufgenommen. «Sobald wir genügend Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung hatten, waren wir mit Gästen nach dem Zufallsprinzip unterwegs, zumal ein erprobtes Buchungssystem noch fehlte», so Müller. Stationiert ist die erste E-Rikscha des Vereins in der Velostation am Hauptbahnhof Seite Rudolfstrasse. «Da wir bisher nur eine Rikscha besitzen, konzentrieren wir uns im Moment auf Altersinstitutionen im näheren Umkreis des Rikscha-Standortes», erklärt Müller, weshalb im Seniorenzentrum Wiesengrund Brigitt Trenz und andere Bewohnende auf eine Probefahrt im Garten durften. So sollen feste Abmachungen für solche Ausflüge in die Wege geleitete werden. Diese werden für betagte und behinderte Personen übrigens kostenlos angeboten.

Finanziert wird das Instandhalten der Rikscha und auch der Kauf eines geplanten zweiten, in einem anderen Stadtkreis stationierten Fahrzeuges alleine durch Mitgliederbeiträge, wie Esther Müller betont.

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