Publiziert 24. Nov. 2021, 17:08
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Der fussballverrückte Roman Freuler aus Winterthur

Die Farben Rot und Weiss bestimmen seine Reisepläne

Roman Freuler verpasst nur wenige Spiele der Schweizer Nati. Als Winterthurer ist er auch oft an Auswärtspartien des FCW anzutreffen. Ihm geht es dabei auch um gesellschaftliche oder kulturelle Eindrücke rund um das jeweilige Stadion.

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George Stutz

Auch im Zuge der vergangenen Fussballeuropameisterschaft und der erfolgreichen WM-Qualifikation wurden immer wieder die treuen Schweizer Fans genannt und in TV-Bildern gezeigt, die auch an die entlegendsten Spielorte mitreisen und so ihren kleinen Anteil am derzeitigen Hoch der Nationalmannschaft haben. Zu diesen zählt nicht erst seit diesem Jahr der Winterthurer Roman Freuler.

Er, der den 1993 vollbrachten 1:0-Sieg gegen Italien im Berner Wankdorf als seinen ersten grossen vor Ort erlebten Nati-Sieg bezeichnet, durfte seither öfter mal in seinem rot-weissen Outfit jubeln. Und das auch auswärts. Neben Qualifikationsspielen war er seit der WM 2014 in Brasilien an allen grossen Turnieren dabei. So unterstützte er 2016 die Petkovic-Truppe an der Euro in Frankreich, 2018 an der WM in Russland, 2019 an den Finalspielen der Nations League in Portugal und dieses Jahr an der EM in Rom bei der 0:3-Niederlage der Schweiz gegen Italien sowie in Baku (Aserbaidschan) beim 3:1 gegen die Türkei.

Nicht nur vom Fussball alleine fasziniert

Obwohl der einstige FC-Phönix-Junior vorerst etwas gespalten war, als Murat Yakin die Nachfolge von Vladimir Petkovic antrat, wichen die Zweifel spätestens beim 4:0-Sieg, den Freuler in Litauen genauso live erlebte, wie einen Monat später beim 0:0 gegen Italien in Rom. Ihn, der mitunter nach Möglichkeit auch die Partien des FC Winterthur auswärts wie auf der «Schützi» und ein- bis zweimal die Saison den FC Liverpool auf der Tribüne der Anfield Road besucht, als Fussballverrückten zu bezeichnen, liegt auf der Hand.

Dem 46-Jährigen geht es dabei aber bei weitem nicht nur um den sportlichen Wert der Events, sondern – egal, ob er mit Freunden oder alleine reist – auch um gesellschaftliche oder kulturelle Eindrücke rund um das jeweilige Stadion. «Wenn, wie damals an der WM in Russland, nach dem Sieg der Nati gegen Serbien die Bevölkerung von Kaliningrad auf die Strassen strömt, um mit den Schweizer Fans zu russischen Volksliedern zu singen und zu feiern, dann ist das schon sehr berührend», schwärmt Freuler.

Roman Freuler an der WM im russischen Kaliningrad.

Roman Freuler an der WM im russischen Kaliningrad.
zvg

Er erwähnt aber auch das spezielle Ambiente und die festliche Gastfreundschaft etwa rund um das Qualifikationsspiel zur WM 2018 auf den Färöer-Inseln oder ein Spiel gegen Albanien 2013 in Tirana. «Da sass ich in voller Schweizer Fan-Montur im kochenden albanischen Heimsektor, trotzdem war alles sehr friedlich.» Solche und viele weitere Episoden sind es, die Roman Freuler animieren, auch nächstes Jahr einen grossen Teil seiner Ferien nach den Spielplänen seiner Lieblingsteams auszurichten.

Und wer weiss, vielleicht liegt auch ein Abstecher an die WM nach Katar drin. Ein Boykott habe im Sport noch nie etwas gebracht, sagt er dazu: «Im Gegenteil, der Sport hat eine sehr grosse Kraft, Dinge zum Besseren zu verändern, denn nur dank der WM in Katar kommen viele Probleme überhaupt ans Licht der Weltöffentlichkeit. Erste Verbesserungen hat dies bereits zur Folge. Ob Katar deswegen der richtige Austragungsort ist, ist natürlich eine andere Frage, auch wenn ich grundsätzlich ein Verfechter der Idee bin, dass eine WM immer wieder in grossen Fussballländern, aber hie und da auch in exotischeren Ländern stattfinden sollte.»

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