Publiziert 22. Nov. 2022, 16:43
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Stadtpolizei Winterthur

Den Quantensprung vollzogen

Die Stadtpolizei ist vom verschachtelten Altstadtgebäude am Obertor in den topmodernen Neubau an die Obermühlestrasse gezogen. 84XO war am neuen Standort zu Besuch.

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George Stutz
Das Herzstück der Polizeiarbeit am neuen Standort ist die Einsatzzentrale im fünften Obergeschoss.

Das Herzstück der Polizeiarbeit am neuen Standort ist die Einsatzzentrale im fünften Obergeschoss.
George Stutz

Bis auf einige Überbleibsel wie Megafone, Tresore, einen Duschvorhang, eine Diätwaage oder einen Eierkocher, die bis zur Beendigung einer Online-Versteigerung am alten Polizeiposten am Obertor bleiben, hat die Stadtpolizei die imposante Zügelaktion ins neue Polizeigebäude an der Obermühlestrasse vollzogen. Während die Bevölkerung den neuen Arbeitsplatz von fast 300 Mitarbeitenden der Stadtpolizei im kommenden Frühling begutachten darf, erhielten die Medien heute Dienstagmorgen, 22. November, bereits einen umfassenden Einblick.

Bereits rege frequentiert

Wer sein Fahrzeug auf einem der markierten Besucherplätze gleich beim Eingang abgestellt oder auf dem Weg zur Stapo zu Fuss den Teuchelweiherplatz durchschritten hat, tritt in die grosse, offene Schalterhalle des neuen Polizeigebäudes ein. «Wir sind erstaunt, wie stark frequentiert dieser Bereich so kurz nach dessen Eröffnung bereits ist», freut sich Michael Wirz, Leiter des Stapo-Bereichs Medien und Kommunikation. «Die Bedenken, dass wir durch die im Vergleich zum Obertor nicht mehr so zentrale Lage der Stadtbevölkerung geografisch nicht mehr so nahe sein könnten, haben sich nicht bewahrheitet.»

Vom auch verkehrstechnisch deutlich besseren Standort profitieren aber nicht nur die Besuchenden, sondern auch der Fuhrpark der Stadtpolizei, der aus der grosszügig konzipierten Tiefgarage heraus deutlich schneller auf die Hauptverkehrsachsen gelangt als bisher. «Da sich nun alle unsere Abteilungen an einem Ort befinden, sind hier auch ein Grossteil der Fahrzeuge untergebracht. Die Wege sind deshalb deutlich kürzer, die Auslösung von Einsätzen jeglicher Art noch effizienter», so Wirz. Zu den stark verbesserten Arbeitsabläufen zählt zudem, dass neben den Schaltern auch die Befragungsräume, der Ruheraum für die Mitarbeitenden und der Haftbereich mit zahlreichen Zellen untergebracht sind. Im ersten Obergeschoss befindet sich unter anderem die Cafeteria, eine Küche zum Aufwärmen von Mitgebrachtem und eine in wärmeren Jahreszeiten einladende Terrasse. Von dieser geniesst man den Blick zum Eschenberg und zum nahegelegenen Werkhof, während sich davor ein Nebengebäude mit den Diensthundeboxen und der Garage für konfiszierte Fahrzeuge befindet.

Riesenbildschirme bestimmen Raumhöhe

Während die Obergeschosse 2 und 3 mit weiteren lichthellen, grosszügigen Büroräumen bestückt sind, ist im vierten Obergeschoss unter anderem das Kommando untergebracht. Eine deutlich grössere Raumhöhe weist die oberste Etage auf. Bestimmt wird diese durch die imposanten Grossbildschirme, die sowohl die Einsatzzentrale, wie auch einen grossen Führungsraum prägen. «Hier macht sich der Quantensprung vom alten Gebäude am Obertor zum neuen Standort sehr deutlich bemerkbar», sagt Beat Ostertag, Abteilungsleiter Einsatzzentrale. Während früher alle Hinweise und Informationen ausgedruckt und teils mit Reissnägeln an Stellwände geheftet werden mussten, erfolgt im neuen Polizeigebäude – der Zeit angepasst – fast alles digital.

Noch müssen sich die Stadtpolizei-Mitarbeitenden an Neues gewöhnen, etwa an die ohne Minuszeichen auskommende Stockwerkbezeichnung in den Fahrstühlen oder veränderte Arbeitsabläufe. Wenn am 1. Februar der neue Stadtpolizei-Kommandant Anjan Sartory übernimmt oder spätestens im April, wenn die Winterthurer Bevölkerung das beeindruckende Resultat ihres deutlichen «Ja» zum 82,1 Millionen-Baukredit bestaunen darf, sollten aber alle neuen Abfolgen eingespielt und auch letzte kleine Kinderkrankheiten behoben sein.

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