Publiziert 25. Okt. 2022, 07:55
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Haltestelle Zinzikon

Buspriorität auch gegenüber Fussgängern

An der Stadlerstrasse in Oberwinterthur wurde ein Fussgängerstreifen zugunsten der verlängerten Bushaltestelle aufgehoben. Das führt zu Ärger bei den Eltern.

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George Stutz

Schon bald wird Stadtbus Winterthur seine neuen Doppelgelenk-Trolleybusse nicht nur für die Fahrschule, sondern für den planmässigen Transport von Fahrgästen einsetzen. Damit die rund 25 Meter langen Busse möglichst nahe an die Ein-/Ausstiegskante fahren können, musste und muss die eine oder andere Bushaltestelle ausgebaut werden. So auch die Haltestelle Zinzikon an der Stadlerstrasse Oberwinterthur. Dort wurde jedoch nicht nur der Haltebereich verlängert, sondern auch gleich ein Fussgängerstreifen eliminiert. Dies führt dazu, dass Kindergarten- und Schulkinder, aber auch Anwohner, die an der Entsorgungsstelle leere Flaschen deponieren möchten, ab sofort einen kleinen Umweg über den nächstgelegenen Fussgängerstreifen in Kauf nehmen müssen.

Ärger bei Eltern von Kindergartenkindern

Vater A. K. (Name der Redaktion bekannt) ärgert die vom Tiefbauamt umgesetzte Änderung: «Je nachdem, wo die Kinder wohnen, müssen sie dort fortan statt nur eine, drei Strassen überqueren. Auch viele jener, die zum Bahnhof Wallrüti oder zur Glassammelstelle wollen, dürften den Umweg kaum machen, stattdessen die Stadlerstrasse weiterhin auf direktem Weg überqueren, wo zuvor der Fussgängerstreifen war.» Er kann nicht begreifen, weshalb der Zebrastreifen nicht einfach belassen wurde: «Die Bushaltestelle hätte dies kaum tangiert.»

Das Tiefbauamt nimmt Stellung

Anders sieht dies Stefan Hug, Projektleiter Abteilung des Tiefbauamt Winterthur. Er sagt auf Anfrage: «Der demarkierte Fussgängerstreifen entsprach nicht den aktuellen Normen. Er führte über drei Fahrspuren, es fehlte eine Mittelinsel und bei wartendem Bus war die Sicht auf querende Personen verdeckt.» Die Verkehrsinstruktion der Stadtpolizei habe den Kindergarten- und Schulkindern diesen Übergang nicht empfehlen können, was im Schulwegplan (siehe Foto) entsprechend ersichtlich sei. «Durch den Einsatz der Doppelgelenkbusse kam erschwerend hinzu, dass der neue rund 25 Meter lange Bus auf dem demarkierten Fussgängerstreifen hätte halten müssen», fährt Hug fort. «In der Gesamtabwägung hat das Tiefbauamt entschieden, auf den defizitären Fussgängerstreifen zu verzichten und die Fussverkehrsströme am bestehenden Fussgängerstreifen mit Mittelinsel zu konzentrieren.»

Neben der Bushaltestelle Zinzikon sind auch an der Endhaltestellen der Buslinie 1 in Oberwinterthur und in Töss bauliche Korrekturen bis Ende November so weit erledigt, sodass mit dem Fahrplanwechsel im Dezember für den Einsatz der neuen Doppelgelenk-Trolleybusse die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind (84XO berichtete).

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