Publiziert 07. Sep. 2022, 15:22
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Insgesamt 114,3 Millionen Franken

Ausgaben für Sozialleistungen zum dritten Mal in Folge gesunken

Die Ausgaben für Sozialleistungen sind in der Stadt Winterthur zum dritten Mal in Folge gesunken. Das wird 2022 anders aussehen. Der Grund: der Ukrainekrieg.

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red

Wie entwickelten sich die Sozialausgaben der Stadt Winterthur 2021? Diese Frage stand im Zentrum der heute stattfindenden Medienkonferenz zu den Facts und Trends der sozialen Sicherung. Vorweggenommen: Die Fallzahlen sind stabil, die Kosten sinken. Das heisst konkret: Die Anzahl Personen, die im vergangenen Jahr Sozialleistungen erhielten − Sozialhilfe, Asylvorsorge, Zusatzleistung zur AHV/IV oder Alimentenbevorschussung − hat sich gegenüber 2020 kaum verändert.

Entgegen den Erwartungen war der Anstieg der Sozialhilfezahlen im zweiten Coronajahr moderat (plus 1,7 Prozent). Die Sozialhilfequote, also das Verhältnis von Sozialhilfebeziehenden zur Gesamtbevölkerung, blieb 2021 bei 5,5 Prozent. Bezieht man den Asyl- und Flüchtlingsbereich mit ein, so stagnierten die Fallzahlen bei total 4700 Fällen; exakt gleich viele wie im Vorjahr.

Insgesamt 114,3 Millionen Franken gab die Stadt Winterthur 2021 aus, um die Armut zu lindern. Das sind 3,7 Millionen weniger als im Vorjahr, womit die Nettokosten zum dritten Mal in Folge sanken. Die wichtigsten Sozialleistungen seien die Leistungen der Sozialhilfe mit einem Nettoaufwand von 58,3 Millionen Franken und die Zusatzleistungen zur AHV/IV mit 48,7 Millionen Franken. Die Ausgaben für Zusatzleistungen sind ebenfalls zurückgegangen, dies aufgrund einer Gesetzesänderung: Der Kantonsanteil der Finanzierung stieg von 45 auf 50 Prozent.

Ukrainekrieg beeinflusst Zahlen 2022

Für 2022 rechnen die Sozialen Dienste bei der Sozialhilfe und den Zusatzleistungen wiederum mit tendenziell stabilen Fallzahlen. Anders sieht es im Asyl- und Flüchtlingsbereich aus: Wurden 2021 noch 377 Fälle betreut, ist für dieses Jahr aufgrund des Ukrainekriegs mit einer Verdreifachung zu rechnen. Per Ende August 2022 wurden in Winterthur 850 schutzsuchende Personen aus der Ukraine finanziell unterstützt, hinzu kommen rund 400 Personen aus dem übrigen Asyl- und Flüchtlingsbereich. Diese Entwicklung führt zu höheren Kosten und einem grösseren Personalbedarf.

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