Publiziert 14. Okt. 2021, 17:14
Bericht
8400

Beeinträchtigte Kinder kicken im Bengo Campo

Auch Gruppe 7 ist dabei

Dass zehn Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen in dieser Woche am Bengo Campo teilnehmen können, erforderte aufwändige Vorbereitungsarbeiten.

G
George Stutz

Der Winterthurer Jürg Weidmann, selbst Vater eines Sohnes mit Trisomie 21, setzt sich seit Jahren für sportliche Angebote für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung ein. Selbst engagiert er sich jeden Freitag als Trainer einer Unihockeygruppe des Behindertensportclubs Winterthur. «Bringt man einem nicht beeinträchtigten Junioren oder einer Juniorin in drei, vier Trainings ein einfaches Spielsystem bei, so kann dies bei Kindern mit Bedürfnissen länger dauern. Umso mehr Freude bereitet es, mit welchem Einsatz die Kinder ans Werk gehen, wie dankbar sie sind, auch ausserhalb der Schule oder der Familie einem Hobby nachgehen und sich mit anderen austauschen zu können», sagt Weidmann.

Die Idee, Kinder mit Beeinträchtigungen im Bengo Campo zu integrieren, entstand vor gut zwei Jahren in der Physiotherapiepraxis von Corinne Blattmann, die zusammen mit Patrick Bengondo das jährliche Bengo Campo organisiert. Im Gespräch mit Jürg Weidmann und seiner Tochter Sofie Hosp entwickelte Blattmann aus ersten Ideen ein konkretes Projekt. Im vergangenen Januar wurden im Beisein von Patrick Bengondo Nägel mit Köpfen gemacht. Damit war der Grundstein für die Gruppe 7 gelegt – so können auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen Teil des Bengo Campo sein.

Aufwändige Abklärungen im Vorfeld

«Nach unserem erfolgreichen Götti-/Gotte-Projekt, das auch Kindern minder bemittelter Familien eine Teilnahme am Fussbalcamp ermöglicht, wollten wir diesen weiteren Schritt unbedingt machen. Bei uns sollen alle Kinder mitmachen dürfen», freut sich Patrick Bengondo. Sein Ziel ist, Kinder mit Beeinträchtigung fortan stets am Benco Campo in Winterthur dabei zu haben. Auch er weiss aber, dass dies ohne die Unterstützung entsprechend ausgebildeter und erfahrener Personen, wie etwa Jürg Weidmann und Sofie Hosp, der Eltern, aber auch beispielsweise der Schulleitung der Michaelschule, nicht möglich wäre.

Patrick Bengondo

«Die Integration von Kindern mit Beeinträchtigung in unserem Camp soll keine einmalige Sache bleiben.»

Sofie Hosp, die bereits in den Jahren zuvor die kleinsten Teilnehmer am Bengo Campo betreute, als Trainerin des Behindertensportclubs Winterthur aktiv ist und ihr Vorpraktikum für die Ausbildung zur Physiotherapeutin in der Michaelschule absolvierte, brachte beste Voraussetzungen mit. Sie engagierte sich in den letzten drei Monaten zusätzlich mit Herzblut in der intensiven Vorbereitung. «Ohne sie wäre unser Projekt nicht möglich gewesen, zumal sie von jedem der zehn Kinder exakte Informationen über die individuellen Bedürfnisse und Eigenheiten einholte, damit wir als Team jedes Kind optimal trainieren, betreuen und begleiten können», erklärt Jürg Weidmann. Organisiert und durchdacht werden musste im Vorfeld auch die Tagesstruktur, die geeignete Kommunikation des Tagesprogramms sowie die möglichen Begegnungen mit Fussballstars.

Nichts dem Zufall überlassen: Jürg Weidmann (l.) und Patrick Bengondo.

Nichts dem Zufall überlassen: Jürg Weidmann (l.) und Patrick Bengondo.
George Stutz

«Die Kinder brauchen einen genauen Ablauf, Spontanes oder auch Gedränge und Lärm beim Essen oder eben bei Autogrammstunden können sie rasch überfordern. Deshalb ist auch vorgesehen, dass Breel Embolo oder welcher Star auch immer uns besuchen wird, mit dem zur Verfügung stehenden Golfcart zu uns gefahren wird.»

Nichts dem Zufall überlassen

Das Leiterteam der Gruppe 7 hat also nichts dem Zufall überlassen. Tina de Almeida und Slobi Gajic werden als Trainerin und Trainer von Jonas Boller, Noah Gubelmann, Sofie Hosp und Jürg Weidmann bei der Betreuung der Gruppe 7 unterstützt. Seit Montag sind sie begeistert im Einsatz und erfreuen sich ab der Energie und Spielfreude der sieben Jungkicker und drei fussballbegeisterten Mädchen. Das Team sowie Patrick Bengondo und Corinne Blattmann stimmen überein: «Die Kinder der Gruppe 7 sind eine Bereicherung für das Camp und ihre Integration soll keine einmalige Sache bleiben.»

Das könnte Sie auch interessieren

Diese Website verwendet Cookies um die Verwendung dieser Website zu verbessern. Durch den Klick auf "Akzeptieren" geben Sie Ihr Einverständnis für sämtliche Cookies.