Publiziert 22. Juli 2022, 06:30
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1. Etappe bei Dauerregen geschafft

450 Kilometer wandern, um runterzufahren

Die Winterthurerin Simona Schoch ist zur Kungsleden-Wanderung aufgebrochen.

G
George Stutz
Am letzten Freitagmorgen nahm Simona Schoch den bekannten Wanderweg in Angriff.

Am letzten Freitagmorgen nahm Simona Schoch den bekannten Wanderweg in Angriff.
Simona Schoch

Immer wieder mal nimmt sich die Winterthurerin Simona Schoch Zeit, um auszubrechen und für ihren fordernden Job als Marketingleiterin neue Energie zu tanken. Dabei gehts nicht etwa auf den Liegestuhl am Meer oder zum Wellnessen in die Berge. «Natürlich nehme ich es auch mal etwas ruhiger in der Freizeit, aber dann eher mit Ehemann Jan oder Hund Django», lachte Simona Schoch kurz vor ihrer Abreise.

Für einmal etwas weniger Adrenalinkicks

Für sich alleine sucht sie eher das Abenteuer, den ultimativen Kick, wenn sie mit einem Bergführer einen schweisstreibenden 4000er erwandert und erklettert oder wie 2018 für einen guten Zweck 650 Kilometer von Oslo nach Trondheim wanderte. Im Vergleich kann ihr aktuelles Ferienprojekt daher doch eher einer aktiven Erholung zugeschrieben werden, denn letzten Donnerstag ist die Winterthurerin zur 450 Kilometer langen Wanderung auf Schwedens bekanntem Kungsleden – zu Deutsch Königsweg – aufgebrochen. Aufgrund Corona ein Jahr später als ursprünglich geplant, aufgrund von Streiks bei der Fluggesellschaft SAS zusätzlich mit ein paar Tagen Verspätung. Am letzten Freitag gings nördlich des Polarkreises im nordschwedischen Abisko los mit Zelt, Kocher, einem leichten Regenschutz, etwas Ersatzwäsche und Nahrung für vier Tage. Mit insgesamt 8,5 Kilogramm Gepäck gen Süden zu, wo sie spätestens am 3. August das Ziel Hemavan erreichen muss, um am 4. August den gebuchten Rückflug antreten zu können.

Bei helllichtem Tag im Zelt übernachten

Im Durchschnitt gut 20 Kilometer pro Tag gehts also durch herrliche Fjäll-Landschaften, vorbei am Kebnekaise, mit 2097 Meter Höhe Schwedens höchstem Berg, dem Sarek Nationalpark entlang, wo mit etwas Glück auch mal ein Bär gesichtet werden kann. Dazu Gewässerüberquerungen per bereitstehenden Ruderbooten und Zwischenhalte bei einigen wenigen Hütten und Shops, wo der Nahrungsmittelvorrat wieder aufgefüllt oder für die Wandernden auch schon mal gekocht wird oder teilweise auch übernachtet werden kann. Speziell auch, dass abends der Tag nicht bei üblicher Lagerfeuer-Idylle den Ausklang findet, zumal es im Norden zurzeit 24 Stunden am Tag hell ist. «Das kommt mir entgegen, denn in dunklen Nächten hätte ich mich nicht getraut, in meinem Zelt weit und breit alleine zu übernachten», so Simona Schoch.

Dauerregen und kalt

Unterdessen ist Simona Schoch bei Dauerregen und kalten Temperaturen in Saltoluokta angekommen. « Nur gestern hatte ich für eine Stunde lang etwas Sonne, so verliert das Zelten natürlich etwas an Romantik » , schrieb sie gestern. Sie hätte aber den Spass am Laufen und ab und zu weitere Wanderer anzutreffen trotzdem nicht verloren. Auch Rentiere kreuzten ihren Weg, nur Elche seien ihr noch nicht begegnet. Heute Mittwoch wird sie in Richtung Kvikkjokk weiterwandern und auf bessere Witterung hoffen.

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