Publiziert 15. Nov. 2022, 15:34
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FCW-Frauen im Hoch

«Wir wollen im Cup das Unmögliche möglich machen»

Die Meisterschaftsvorrunde haben die FCW-Frauen in der ersten Liga verlustpunktlos abgeschlossen. Vor der Winterpause wartet am kommenden Sonntag der NLA-Spitzenklub YB im Cup auf der Schützenwiese.

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George Stutz
Adrienne Krysl überlässt in der Vorbereitung auf den Cup-Kracher gegen YB nichts dem Zufall.

Adrienne Krysl überlässt in der Vorbereitung auf den Cup-Kracher gegen YB nichts dem Zufall.
George Stutz

Die Fussballerinnen des FC Winterthur haben nach ihrem Abstieg aus der NLB in der ersten Liga längst Fahrt aufgenommen. Mit elf zumeist sehr souveränen Siegen in ebenso vielen Meisterschaftspartien sind die Weichen für den sofortigen Wiederaufsteig zumindest einmal gestellt. Dies, auch wenn FCW-Trainerin Adrienne Krysl nach Abschluss der erfolgreichen Vorrunde und vor dem Cup-Achtelfinal-Match gegen das NLA-Frauenteam der Young Boys Bern am nächsten Sonntag davon noch nichts wissen möchte: «Ich lege meinen Fokus auf das ‹Hier und Jetzt›. Aktuell befasse ich mich mit der Gegnerinnenanalyse von YB und der Belastungssteuerung meiner Spielerinnen. Danach freue ich mich auf den Jahresabschluss mit dem gesamten Team.»

In bester Erinnerung bleibt auch Krysl das letzte Cup-Aufeinandertreffen mit den Bernerinnen vor zwei Jahren. Auch damals waren die Winterthurerinnen – ebenfalls als Erstligistinnen – die krassen Aussenseiterinnen, dennoch hielten sie mit grandiosem Einsatz vor vollen Zuschauerrängen bis zur 68. Minute das 0:0. Am Ende zogen die Favoritinnen mit einem 4:0 von der «Schützi» in die nächste Cup-Runde. Adrienne Krysl sagt zur bevorstehenden Neuauflage denn auch: «Ich erwarte ein starkes und spieldominierendes YB. Gleichzeitig sehe ich dieses Spiel als eine Chance. Wenn wir zehn Mal gegen YB spielen, verlieren wir wahrscheinlich neun Mal. Aber ich bereite die Spielerinnen darauf vor, dass genau am kommenden Sonntag die eine Möglichkeit besteht, das Unmögliche möglich zu machen.» Ein solcher Exploit oder zumindest eine erneut starke Leistung würde die Trainerin darin bestärken, ihre Spielerinnen mit mentalen und fussballerischen Trainings menschlich und sportlich weitergebracht zu haben. Sie sagt: «Die grösste Freude sehe ich als Trainerin, wenn sich die Fussballerinnen in diesen Komponenten weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und als Team agieren.»

Jungen eine tolle Plattform bieten

Der kommende Sonntag, 20. November, steht aus Sicht der FCW-Frauenabteilung aber nicht nur im Fokus des Cup-Knüllers, sondern auch der Nachwuchsförderung. Zusammen mit dem FC Elgg und dem FC Wiesendangen führt der FCW aktuell eine U15-Frauenmannschaft und zusammen mit Wiesendangen ein A-Juniorinnen-Team. Da sollen die besten Fussballspielerinnen der Region gezielt gefördert werden. Um vielversprechende Nachwuchsspielerinnen zu sichten, werden diese am Sonntagmorgen auf dem Sportplatz Rietsamen (ab 9 Uhr) trainieren. «Bereits jetzt integrieren wir im Athletik- und Goalie-Bereich junge Spielerinnen in das Training der ersten Mannschaft und hoffen so, schon bald das eine oder andere Talent auf der Schützenwiese spielen zu sehen. Ebenfalls ist es uns ein Anliegen, dass die jungen Kickerinnen eine gute schulische und berufliche Anschlusslösung haben, sodass der Sport, die Ausbildung und die Familie sowie Freunde und Freundinnen in ihrem Leben Platz haben», so Krysl. Sie hofft, dass am Sonntag möglichst viele Mädchen dem Aufruf via die Vereine folgen, lässt aber auch für Kurzentschlossene noch eine Tür offen.

  • Talentierte Fussballerinnen (auch Goalies) mit Jahrgang 2005 bis 2011 können sich für das Sichtigungstraining vom Sonntag, 20. November, in Wiesendangen noch bis Freitagabend per E-Mail an nachwuchs-frauen@fcwinterthur.ch anmelden.

Und wer es nicht auf Sonntagmorgen nach Wiesendangen schafft, der und die ist eingeladen, die FCW-Frauen am Nachmittag gegen YB auf der Schützenwiese anzufeuern. In Vorfreude betont Adrienne Krysl: «Wir werden alles daran setzen, in Winterthur weiter Begeisterung für den Frauenfussball zu entfachen. Unterstützung brauchen wir nicht nur von den Rängen, sondern auch von der Stadt, der Politik. Denn wollen wir uns so weiter entwickeln und noch mehr jungen Frauen eine sinnvolle, sportliche Freizeitbeschäftigung bieten, brauchen wir auch mehr Platz.»

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