Publiziert 18. Juli 2022, 13:56
8400

Wasserpolo

Von Winterthur an die EM nach Israel

Lena Oberli konnte als eine von drei Wasserpolo-Spielerinnen des SC Winterthur an der U19-EM in Israel teilnehmen. «Ein heftiges Gefühl», wie es die 18-Jährige – die gar Captain des Teams war – beschreibt.

r
red

Während rund einer Woche waren Meret Schmidt (18), Nina Stutz (19) und Lena Oberli (18) vom SC Winterthur Anfang Juli an der U19-Wasserball-Europameisterschaft der Damen in Israel. Das angereiste Team der Schweizerinnen war für ein internationales U19-Turnier allerdings sehr jung: Die jüngste Spielerin war lediglich 13 Jahre alt. Entsprechend sei die Aussicht auf sportlichen Erfolg in Netanya eher klein gewesen, erzählt Lena Oberli: «Wir haben auch nicht viel erwartet.»

Weil aber Deutschland sich wegen fünf bestätigten Corona-Fällen aus dem Turnier zurückziehen musste, erreichten die Schweizerinnen die Platzierungsspiele. So musste spontan ein späterer Rückflug für das 14-köpfige Team gefunden werden. Also ging es schliesslich etwas umständlich mit Zwischenstopps in Zypern und München einen Tag später nach Hause. Gegen die grossen Wasserball-Nationen hatten die Schweizerinnen aber klar das Nachsehen. «Es verliert niemand gerne, schon gar nicht so hoch», so Oberli. Es habe sich aber für die Erfahrung gelohnt, ergänzt sie. Diese könne sie jetzt auch in die kommende Saison beim SC Winterthur mitnehmen.

Wieder auf den Boden kommen

Winterthur sei für Damen-Wasserball ein guter Fleck, erklärt Oberli: «In Winterthur haben wir Glück mit dem Geiselweid. In der Schweiz hat es hier wohl das beste Angebot.» Ansonsten würden in der Schweiz Pools fehlen, um international kompetitiv zu bleiben. Im Austausch mit dem griechischen Team erfuhren Oberli und ihre Kolleginnen, dass die Südeuropäerinnen von mehr als 13 Trainingseinheiten wöchentlich profitieren könnten. Das erklärt das Leistungsgefälle am internationalen Turnier. Die Winterthurerin dagegen stemmte diesen Juli die Lehr-Abschlussprüfungen, die Europameisterschaft und die Vorbereitung auf beides gleichzeitig.

Viel vom Land und der Kultur Israels haben die jungen Frauen nicht gesehen, erzählt Captain Oberli über die EM: «Wir waren nur zweimal kurz am Strand. Sonst hatten wir aber jeden Tag Training und Spiele. Wir wurden immer vom Hotel direkt an den Pool gefahren und zurück.» Das Feeling eines internationalen Sportturniers genoss die Winterthurerin. Bereits am Flughafen als Gruppe und mit Nati-Farben seien sie einfach durch alle Checks gekommen. Alles habe sie aufgesogen, erzählt die 18-Jährige: «Besonders bei den Spielerinnenpräsentationen die Schweizer Farben zu tragen, ist ein heftiges Gefühl!» Und sie ergänzt: «Hier in der Schweiz müssen wir nun zuerst wieder auf den Boden kommen.»

Von Gaël Riesen

Das könnte Sie auch interessieren