Publiziert 10. Mai 2022, 14:35
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Die 84XO-Redaktion war am Auswärtsmatch

Super-League-tauglich waren in Wil nur die Fans

Das 84XO-Redaktionsteam fuhr mit dem Extrazug des FC Winterthur ans Auswärtsspiel nach Wil. Das Fazit: Das derzeitige FCW-Ambiente ist nicht nur auf der «Schützi» einen Besuch wert.

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George Stutz
Die Redaktoren auf Fanreise: Michael Hotz und Ramona Kobe vor der Abfahrt auf dem Salzhausplatz.

Die Redaktoren auf Fanreise: Michael Hotz und Ramona Kobe vor der Abfahrt auf dem Salzhausplatz.
George Stutz

Die letzten Matches auf der «Schützi» waren mit 9000 vornehmlich Winterthurer Zuschauern ausverkauft. Viele davon machten zuletzt aber auch die Auswärtspartien des FCW zahlen- und stimmungsmässig zu Heimspielen. Ganze FCW-Extrazüge fuhren zuletzt nach Aarau und nach Yverdon. Ein Erlebnis, eine Unterstützung, die es für einen Winterthur Verein so schon lange nicht mehr gab. Einmal eine solche Auswärtsreise miterleben wollte deshalb auch die dreiköpfige 84XO-Redaktion. Offizieller Treffpunkt war am Montagabend der Salzhausplatz, der sich bereits eine Stunde vor Abfahrt des Extrazuges nach Wil in ein rot-weisses Meer von FCW-Anhängern verwandelte.

Selbst der Kondukteur wurde gefeiert

Davon dürften auch einige nahgelegene Detailhändler profitiert haben, hatten sich doch viele Teilnehmende vorsorglich mit einem oder auch zwei kühlen Bierchen eingedeckt. Hier ertönten erste Sprechgesänge, da wurden rote Fan-Shirts verkauft und dort wurde per Megaphone der kurze Marsch zum bereitstehenden Zug angekündigt. Mit einer Minute Verspätung ging es um 18.49 Uhr in Richtung Ostschweiz. Ein Sitznachbar erklärte uns «Neuen»: «Eigentlich haben wir jeweils denselben Fanzug wie die Young Boys, dieser wurde von deren Anhängern auf dem Heimweg aus Lugano aber demoliert.» Die FCW-Fans aber blieben gewohnt friedlich und in bester Stimmung. Gefeiert wurde etwa ein besonders geduldiger Kondukteur mit Gesängen wie «Es git nur ein Kontrollör».
Im Stadion Bergholz angekommen, gab es allerdings nicht mehr nur einen FCW, wie die Fans zuvor ebenfalls angestimmt hatten. Den: Die Wiler erwischten den besseren Start und gingen 1:0 in Führung. Spätestens nach der Pause schien die lautstarke Unterstützung der rund 1500 Winterthurer Anhänger auch bei den FCW-Spielern Wirkung zu zeigen.

Die FCW-Fans trieben ihre Spieler in der zweiten halbzeit nach vorne, mehr als ein 1:1 resultierte aber nicht. Trotzdem erhielten die Kicker nach dem Abpfiff Trost und viel Applaus zugleich.

Die FCW-Fans trieben ihre Spieler in der zweiten halbzeit nach vorne, mehr als ein 1:1 resultierte aber nicht. Trotzdem erhielten die Kicker nach dem Abpfiff Trost und viel Applaus zugleich.
George Stutz

Unterstützung trotz leichter Enttäuschung

Der FCW drückte nun, traf aber bis auf Roberto Alves’ Elfmeter das Tor nicht. Obwohl das 1:1 dem FCW die Aussichten auf einen Aufstieg in die Super League schmälerte, feierte die beeindruckende Fan-Szene ihre Spieler nach dem Abpfiff auf dem Platz, aber auch auf dem Heimweg. «Mir ist eigentlich egal, in welcher Klasse wir in der kommenden Saison spielen, Hauptsache wir können so einmalige, stimmungsvolle und – trotz vielen Emotionen – friedliche Abende mit tollen Leute geniessen wie heute», sagte ein Fan. Dem konnten die drei Schreiberlinge nur beistimmen: Das derzeitige FCW-Ambiente ist nicht nur auf der «Schützi» einen Besuch wert.

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