Publiziert 05. Juli 2022, 16:05
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Mit der Männer-Unihockey-Nati

Erster Ernstkampf für Rolf Kern an den World Games

Im Januar wechselte Rolf Kern von der Unihockey-Nationalmannschaft der Frauen zu den Männern. Nun gilt es für den Assistenzcoach aus Winterthur an den World Games erstmals richtig ernst.

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Ramona Kobe
Mit den Frauen holte Rolf Kern zuletzt die WM-Bronzemedaille. Mit der Männer-Nati strebt der Winterthurer vor Heimpublikum nach dem Titel.

Mit den Frauen holte Rolf Kern zuletzt die WM-Bronzemedaille. Mit der Männer-Nati strebt der Winterthurer vor Heimpublikum nach dem Titel.
Keystone / Claudio Schwarz

Zweimal Bronze und einmal Silber an drei Weltmeisterschaften gewann Rolf Kern mit der Unihockey-Nationalmannschaft der Frauen. Er hatte sein Ziel, ein Team mit Winner-Mentalität zu einem Winner-Team zu formen, erreicht. Gleiches hat er nun mit den Männern vor. Nicht mehr als Headcoach, sondern als Assistenztrainer. Seit Mitte Januar steht er neben Cheftrainer David Jansson an der Bande – allerdings mehr im übertragenen Sinne gemeint. Denn zu vielen Einsätzen ist er bislang noch nicht gekommen: Sein neues Team lernte er an einem ersten Zusammenzug im Februar kennen, weitere Trainingstage folgten im Mai und Juni. «Es braucht Zeit, um in ein Staff-Team reinzukommen, das seit vielen Jahren besteht», sagt Kern, der für das Spiel ohne Ball sowie für zwischenmenschliche Aufgaben verantwortlich ist. «Aber ich fühle mich sehr wohl.»

Anders als in den letzten sechs Jahren bei den Frauen liege nun nicht mehr die ganze Verantwortung bei ihm. «Es ist anstrengend, wenn alles auf dich zurückfällt – Erfolge ebenso wie Misserfolge», erzählt der Winterthurer. Daran, dass er seine Aufgaben nun zugeteilt bekomme, müsse er sich noch gewöhnen. «Natürlich habe ich mir vor dem Wechsel Gedanken über diese Umstellung gemacht. Aber in der Praxis ist immer alles nochmals anders als in der Theorie.»

Hauptprobe für die Heim-WM

Auch sei noch nicht viel Zeit geblieben, um die Spieler richtig kennenzulernen. Das soll sich nun während den World Games – den «Olympischen Spielen für nicht olympische Disziplinen» – vom 7. bis 17. Juli im amerikanischen Birmingham ändern. Dort wird die Nationalmannschaft mit den Top-Nationen Finnland, Tschechien und Schweden sowie Kanada, Lettland, Thailand und den USA um den Titel kämpfen. Ob es für die Goldmedaille reicht, kann Kern nicht beantworten. «Weil nur dreimal 15 Minuten gespielt wird, werden die Partien wohl noch knapper ausfallen. Aber wir reisen nicht über 15 Stunden, um letztendlich neben dem Podest zu stehen.»

Er sieht das Turnier auch als Chance, Neues auszuprobieren. Insbesondere im Hinblick auf die Heim-WM im November, an der sich die Schweiz erstmals zur Weltmeisterin küren will. «Es liegt viel drin», zeigt sich Rolf Kern positiv gestimmt. Wichtig sei, nicht das Turnier als Ganzes im Fokus zu haben, sondern jede Partie einzeln. Bereits jetzt fiebert er dem potenziellen Halbfinal entgegen. «Dieser wird extrem spannend, egal welcher Gegner uns auf dem Feld gegenüberstehen wird.» Grund dafür: die neue Halle in Altstetten und das Heimpublikum. «Kaum einer der Spieler hat schon jemals vor 12’000 Fans gespielt, die alle für sein Team jubeln, weshalb wir in den Trainings den Fokus auch auf diesen Aspekt legen.» Und wie besonders wird es für ihn selbst sein, eines der Gruppenspiele in seiner Heimat zu bestreiten? «Die Axa-Arena ist eine sehr gute Halle und Winterthur hat es als Mitveranstalter verdient, dass eines der Spiele in der Eulachstadt stattfindet.»

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