Publiziert 09. Juni 2022, 13:22
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Regionalturnfest in Wiesendangen

Bereit für 7000 Turnende – «Endlich!»

2005 fand in Wiesendangen ein Turnfest statt, 2022 ist es wieder so weit. 7000 Turnerinnen und Turner messen sich vom 11. bis 19. Juni mitten im Feld. Das OK gibt dem Festgelände diese Tage den letzten Schliff und freut sich, dass es nach vier Jahren Planung nun endlich losgeht.

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Ramona Kobe

Wiesendangen und Turnfest – das passt. 2005 fand auf der grossen Wiese neben dem Sportplatz Rietsamen das Kantonalturnfest mit rund 9000 Turnerinnen und Turnern statt. Getragen wurde dieses von acht regionalen Turnvereinen, Präsident des 120-köpfigen OKs war kein anderer als Nationalrat Jürg Stahl höchstpersönlich, der damals selbst aktiver Turner war. Das Motto: «Gemeinsam viel bewegen, gemeinsam viel erleben.»

17 Jahre später ist die 6600-Seelen-Gemeinde erneut Austragungsort des grössten Breitensportanlasses dieses Jahres im Kanton Zürich. Das Festgelände: dasselbe wie 2005. Und auch Organisation und Durchführung tragen wieder regionale Turnvereine gemeinsam: Hegi, Oberwinterthur, Thalheim und Wiesendangen. Die vier Vereine bilden den Trägerverein Regionalturnfest Wiesendangen 2022. Diesen Samstag geht das RTF unter dem Motto «Gemeinsam stark» mit den Einzelwettkämpfen nach vier Jahren Planung los. «Endlich!», freut sich OK-Präsident Reto Meier, der seit drei Wochen täglich auf dem Gelände anzutreffen ist. Und dies, obwohl er bei den Aufbauarbeiten nicht viel verloren hat, wie er sagt. «Es nimmt mich einfach wunder, wie nun alles Form annimmt.»

Alle grossen Zelte – Fest- und Gerätezelt, Biergarten, Weinstube, Bar und Open-Air-Bühne – stehen, die Wettkampfanlagen ebenso. Jetzt sind die 77 OK-Mitglieder sowie zahlreiche Helfende dabei, sich bis am Wochenende, wenn 1000 Turnerinnen und Turner aus 142 Vereinen über die Hochsprunglatte springen, Barrenübungen zeigen oder Steine in den Sand stossen, um die Inneneinrichtung und letzte Details zu kümmern. «Wie bei einem Hausbau», zieht Meier den Vergleich. «Zuerst werden Wände, Dächer und Böden gebaut, dann kommen Möbel und Deko.»

Ampeln im Februar auf Grün gestellt

Am Vereinswochenende vom 17. bis 19. Juni wird sich die Einwohnerzahl in Wiesendangen fast verdoppeln: Rund 6000 Turnerinnen und Turner werden sich in diversen Disziplinen messen und ihre Leistungen anschliessend gemeinsam feiern. Mit diesem Ansturm hätte das OK nicht gerechnet, so Meier. «Die Anmeldungen haben unsere Erwartungen übertroffen.» Schon mit 6000 Turnenden an beiden Wochenenden wären die Organisatoren sehr zufrieden gewesen, jetzt sind es 1000 mehr. Das grosse Interesse kommt ihnen entgegen. «Um die ganze Grundinfrastruktur für Strom, Wasser und Abwasser im Landwirtschaftsland aufbauen zu können, mussten wir viel Geld in die Hand nehmen. Jeder Turner und jede Turnerin mehr deckt uns diese Grundkosten.»

OK-Präsident Reto Meier freut sich, dass es nun nach vier Jahren Planung endlich losgeht.

OK-Präsident Reto Meier freut sich, dass es nun nach vier Jahren Planung endlich losgeht.
Ramona Kobe

Ein finanzielles Risiko bestand auch aus einem anderen Grund: Corona. Lange plante das OK mit zwei Varianten. Ein Regionalturnfest, wie man es kennt, ohne Einschränkungen. Die zweite Variante hätte Zertifikate vorgesehen. Ein kleineres Fest wäre aufgrund der hohen Fixkosten nicht infrage gekommen, so OK-Präsident Meier. «Nachdem wir Ende Februar grünes Licht gaben, konnten wir ohne Unsicherheiten weiterfahren und Geld ausgeben.» 

Open-Air-Feeling am Turnfest

Die Pandemie habe den Trägerverein auch lange zuwarten lassen, um Acts zu buchen, die unter der Woche, zwischen den beiden Turnwochenenden, für Festival-Stimmung sorgen sollten. Die Suche nach den optimalen Künstlern sei herausfordernd gewesen. «Wir mussten das richtige Verhältnis finden zwischen Bekanntheitsgrad und Kosten», sagt Reto Meier. Fündig wurde man im Zürcher Oberland: Am Donnerstagabend, 16. Juni, spielt die Schweizer Band Dabu Fantastic auf dem Gelände – bei gutem Wetter unter freiem Himmel auf der Open-Air-Bühne. «Diese hebt unser Turnfest von anderen ab», findet der OK-Präsident. Ebenso die Anordnung der Zelte, die in der Mitte eine Art «Dorfplatz» entstehen lässt.

Am Mittwochnachmittag, 15. Juni, sollen sich dort Kinder und Familien treffen, um dem Winterthurer Liedermacher Bruno Hächler zuzuhören. «Ein Turnfest ist für Jung und Alt. Deshalb war es uns wichtig, auch den Kleinsten ein Konzert zu bieten», sagt Meier. Dieser wird am RTF als OK-Präsident nicht nur für Ruhe und Ordnung sorgen und dort mit anpacken, wo es ihn gerade braucht, sondern auch als Turner im Einsatz sein. Ob dafür überhaupt Zeit bleibe? «Nein, eigentlich nicht», gesteht der Präsident des TV Wiesendangen und lacht. «Das wird man insbesondere bei der Gerätekombination sehen.»

Wer wann und wo startet ist auf den Zeitplänen online auf www.rtf22.ch ersichtlich.

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