Publiziert 15. Okt. 2021, 11:50
Bericht
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Zwei Winterthurer sind erfolgreiche Bergrennfahrer

Adrenalinschübe am Berg

Rafael Hunziker und Corsin Rietiker sind im Berufsalltag Winterthurer Automobilunternehmer und zählen in ihrer Freizeit aktuell zu den erfolgreichsten Bergrennfahrern ihrer Klasse der Schweiz.

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George Stutz
Rafael Hunziker (l.) mit seinem Citroen Saxo und BMW-Pilot Corsin Rietiker sind nicht nur begnadete Schrauber, sondern auch schnelle Drivers.

Rafael Hunziker (l.) mit seinem Citroen Saxo und BMW-Pilot Corsin Rietiker sind nicht nur begnadete Schrauber, sondern auch schnelle Drivers.
George Stutz

Vom Papier her sind Rafael Hunziker (25) und Corsin Rietiker (30) in ihrem Job und bei ihrem Hobby Mitstreiter. Denn Hunziker ist im Familienbetrieb der Garage Hunziker an der Tösstalstrasse für die Buchhaltung, den Verkauf und den Kundendienst zuständig, und Rietiker führt seit drei Jahren die Industriegarage an der Gewerbestrasse. In ihrer Freizeit fahren zudem beide höchst erfolgreich Bergrennen. Bei einer Tasse Kaffee entpuppen sich die beiden aufgestellten Männer jedoch alles andere denn wie verbissene Mitbewerber. Offen tauschen sie sich über den Berufsalltag in der Automobilbranche aus, zudem nehmen wohl beide an Bergrennen teil, Hunziker jedoch an einer entsprechenden Meisterschaft in Österreich und Rietiker zuletzt am Bergrennen Oberhallau.

Dort überraschte Rietiker mit seinem umgebauten BMW 325i nicht nur seine Gegner, sondern gleich auch sich selbst. «Dabei waren die Vorbereitungen nicht ideal, der Motor machte uns bis zuletzt Probleme, wir wussten nicht, ob er hält», erzählt der BMW-Pilot. Er hielt − und wie. Rietiker fuhr in seiner Kategorie auf regennasser Strasse Laufbestzeit und holte sich damit den Kategoriensieg. Eine Premiere, denn der 30-Jährige fährt wohl seit 2013 − damals vorab auf Rundstrecken − Rennen, konnte sich aber nie ganz vorne etablieren. Zu seinem aktuellen Rennboliden sagt er: «Das war an meinem früheren Arbeitsort ein eigentliches Lehrlingsprojekt. Zwei Lernende kamen auf mich zu mit dem Ziel, ein ‹geiles› Auto zu bauen.»
Für wenig Geld wurde der BMW als normales Strassenauto gekauft und in unzähligen Stunden vorab in der Freizeit zu einer Rennmaschine mit Kompressor und unzähligen Rennsport-Features umgebaut.

Von Adrenalin und Spass geprägt

«Wir haben da nicht nur sehr viel Zeit und Herzblut, sondern auch viel Geld reingesteckt», so Corsin Rietiker. Floss dank der Siegprämie von Oberhallau etwas zurück? Rietiker schüttelt den Kopf: «Ein Pokal war da die ganze Beute, ich fahre aber auch nicht des Geldes wegen ab und zu ein Rennen, sondern weil es einfach sehr emotional und toll ist, den Helm aufzusetzen, ins Auto zu sitzen und möglichst nahe am Limit alles zu geben.» Natürlich werden dabei auch mal Grenzen überschritten und Schäden riskiert. Rietiker und Hunziker sagen aber übereinstimmend: «Wer nie einen Unfall hatte, ist kein richtiger Rennfahrer.»

Die beiden Winterthurer gehören zu den erfolgreichsten Schweizer Bergrennfahrern in ihrer Klasse.

Die beiden Winterthurer gehören zu den erfolgreichsten Schweizer Bergrennfahrern in ihrer Klasse.
George Stutz

Einen solchen hatte Rafael Hunziker auch schon, weswegen sein schwarzer Citroën Saxo Bemani Compressor eine blaue Frontstossstange ziert. «Es ist nichts weiter passiert, trotzdem tat es weh, da ich seit ich 16 Jahre alt war, sehr viel in dieses Auto reingesteckt habe», so Hunziker. Er, der zusammen mit seinem Bruder auch erfolgreich Rasenmäherrennen bestreitet, fährt seit letztem Jahr in der Rennserie des «Renn und Rallye Club Vorarlberg» (RRCV) vorne mit und führt dort aktuell die Schnupperkategorie deutlich an.

Auch wenn Corsin Rietiker noch nicht sicher ist, ob er auch kommende Saison fahren wird, kann davon ausgegangen werden, dass die beiden sympathischen Winterthurer auf Rennpisten weiter aufs Gaspedal drücken und selbst dann gut miteinander auskommen werden, sollten sie an einem Event Kontrahenten sein.

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