Publiziert 08. Juli 2022, 17:00
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Planted Foods unter Finalisten

Mit pflanzlichem Fleisch den Green Business Award gewinnen

Planted Foods hofft auf den Finaleinzug beim Green Business Award. Das Start-up mit Sitz in Kemptthal stellte sich am Final Pitch kürzlich den Fragen der Jury rund um alt Bundesrätin Doris Leuthard.

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Ramona Kobe

Ökonomischen Erfolg mit ökologischem Impact verbinden – Unternehmen, bei denen der positive Zusammenhang zwischen unternehmerischem Erfolg und nachhaltigem Handeln im Fokus steht, haben auch dieses Jahr die Möglichkeit, den Green Business Award zu gewinnen. Unter den letzten fünf Finalisten ist mit Planted Foods auch ein Unternehmen aus der Region vertreten. Das junge Team mit Sitz im The Valley in Kemptthal stellt pflanzliches Fleisch aus alternativen Proteinen her – mit natürlichen Zutaten und ohne Konservierungsstoffe. Am vergangenen Mittwoch, 6. Juli, hatte das Spin-Off der ETH Zürich am Final Pitch in Luzern die Möglichkeit, sich für die Endrunde des Awards zu qualifizieren.

«Es war eine coole Atmosphäre», erzählt Pascal Bieri, Mitgründer und Geschäftsleitungsmitglied bei Planted, der zusammen mit Kollegin Camilla Perotti, Chief of Staff und Lead Analytics, vor die Jury – angeführt von alt Bundesrätin Doris Leuthard – trat. Die beiden haben ihr neustes Produkt, eine Planted-Hühnerbrust, aus der Innovationsküche mitgebracht, während des Pitchs gekocht und anschliessend der Jury zum Probieren serviert. «Ich glaube, die pflanzlichen Poulet-Brüstli kamen gut an», zeigt sich Bieri positiv gestimmt. «Die Teller waren zumindest alle leergeputzt und die Gesichter zufrieden.»

Im Anschluss gab es eine Fragerunde. Dass diese gemäss Pascal Bieri sehr «Business-lastig» waren, findet er gut. Denn: «Willst du die Welt verändern, kannst du dich nicht im Kämmerchen verstecken. Du musst rausgehen und dich den Konsumenten stellen.» So wollte die Jury etwa wissen, wie die Distributionsstrategie des Start-ups aussieht. Die Antwort des Mitgründers: «Wir branden all unsere Produkte, um verschiedene Touchpoints zu kreieren. Dadurch können wir eine Beziehung zu unseren Konsumenten aufbauen und sie an verschiedenen Orten abholen – sei dies im Restaurant, beim Einkaufen oder an der Tankstelle.»

Award als schöne Bestätigung

Am 19. Juli steht fest, ob Planted Foods nach wie vor im Rennen um den Green Business Award ist. Wie schätzt das Unternehmen seine Chancen ein? «Schwierig zu sagen», findet Pascal Bieri. «Wir haben unser Bestes gegeben. Aber es gibt viele Lösungen da draussen, die den Award verdient hätten, weil sie sich für einen besseren Planeten einsetzen.» Für ihn ist die Nominierung selbst bereits eine grosse Ehre. «Es ist mega schön, dass der Green Business Award mit der Protein-Herstellung in Verbindung gebracht wird.» Insbesondere deshalb, weil Planted-Produkte in Bezug auf die Klimabilanz ein grosses Einsparungspotenzial mit 74 bis 85 Prozent weniger CO2-Äquivalent-Emissionen und einer Wassereinsparung von bis zu 63 Prozent im Vergleich zu ähnlichen tierischen Fleischprodukten bieten würden. «Wir warten nicht, bis die Politik agiert, sondern stellen Produkte her, die einen grossen Impact auf unsere Umwelt haben», sagt Bieri. «Die Auszeichnung wäre eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit, steht aber nicht im Zentrum unseres Tuns und Handelns.»

Der Award ist mit 25'000 Franken dotiert und wird im Rahmen des Business Day am Swiss Sustainability Forum von NZZ Connect am 23. September in Bern verliehen. Noch haben sich Bieri und sein Team keine Gedanken gemacht, was sie mit dem Preisgeld machen würden. «Wahrscheinlich in unsere Mitarbeitenden oder in die Technologie investieren, um unsere Produkte noch nachhaltiger zu machen.»