Publiziert 30. Juni 2022, 11:35
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Um Klimaziele zu erreichen

Winterthurs Energieplan muss zwingend aktualisiert werden

Der Energieplan der Stadt Winterthur, der aus dem Jahr 2011 stammt, muss aktualisiert werden. Grund dafür sind das Energie- und Klimakonzept 2050 sowie «Netto null 2040».

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red
Der Energieplan der Stadt Winterthur, der aus dem Jahr 2011 stammt, muss aktualisiert werden. Grund dafür sind die Klimaziele.

Der Energieplan der Stadt Winterthur, der aus dem Jahr 2011 stammt, muss aktualisiert werden. Grund dafür sind die Klimaziele.
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Der Winterthurer Stadtrat hat im Februar 2021 die Umsetzungsplanung zur Weiterführung des Energie- und Klimakonzepts 2050 beschlossen. Anlässlich der entsprechenden Abstimmung im November 2021 hat sich die Bevölkerung für die Variante «Klimaziel netto null Tonnen CO2 2040 mit dem Zwischenziel von 1,0 Tonnen bis 2033» ausgesprochen. Damit diese klimapolitischen Ziele erreicht werden könnten, sei es unabdingbar, den Energieplan für die Wärmeversorgung, der aus dem Jahr 2011 stamme, zu aktualisieren, schreibt das Departement Bau in einer Medienmitteilung. «Ein neuer, zeitgemässer Energieplan ist ein wichtiges Planungsinstrument für Bauwillige, Wärmebezügerinnen und -bezüger sowie Netzbetreiberinnen und -betreiber.»

Ausserdem ist die Revision des kantonalen Energiegesetztes im Juni 2020 vom Stimmvolk angenommen worden, sodass die sogenannten Musterschriften der Kantone im Energiebereich – auch «Muken» genannt – im Kanton Zürich per kommendem September in Kraft treten. Das bedeutet im Wesentlichen: Bei einem Heizungsersatz dürfen Öl- und Gasheizungen nicht mehr durch ein fossiles Heizsystem ersetzt werden. Vielmehr müssen sie durch eine umweltfreundliche Heizlösung substituiert werden.

Durch die Gebietsfestlegungen im neuen Energieplan könnten die Planungen optimiert und infolgedessen die Kosten – beispielsweise für neue Wärmeverbunde – reduziert werden, heisst es im städtischen Schreiben weiter. Überdies werde gebietsweise definiert, wie lange Erd-/Biogas als Energieträger für die Wärmeerzeugung noch zur Verfügung stehen werde. Dies wiederum ermögliche die Planung eines allfällig notwendigen Heizungsersatzes für die Kundschaft von Stadtwerk Winterthur.

Wirtschaftlicher Betrieb bedingt hohe Anschlussdichte

Sowohl das Fernwärmenetz als auch Quartierwärmeverbunde, zum Beispiel mit Holzschnitzelheizzentrale, sind kostenintensiv in Aufbau, Betrieb und Unterhalt, weshalb sie nur wirtschaftliche betrieben werden können, wenn genügend Abnehmerinnen und Abnehmer vorhanden sind. Gestützt auf das Planungs- und Baugesetz könnten Anschlüsse durchgesetzt werden, wenn diese technisch möglich, verhältnismässig und wirtschaftlich seien, so die Stadt. Vollzogen werde ein Anschluss, wenn die Liegenschaft gemäss Energieplan im entsprechenden Gebiet liege, das notwendige Netz in Betrieb sei und ein Heizungsersatz anstehe. «Eine Anschlussverpflichtung muss auch immer einen ökologischen Mehrwert ergeben.» Das heisst, das Wärmenetz muss lokal vorhandene Abwärme oder Wärme aus erneuerbaren Energien nutzen.

Der kommunale Energieplan zeigt auf, auf welche Energieträger die Stadt in den verschiedenen Gebieten setzt.

Der kommunale Energieplan zeigt auf, auf welche Energieträger die Stadt in den verschiedenen Gebieten setzt.
Stadt Winterthur

Der Stadtrat macht darauf aufmerksam, dass er auf die Verbindlichkeit des Energieplans aus rechtlichen Gründen nicht verzichten könne. Er werde die gegebene Durchsetzungsmöglichkeit aber in der Praxis wie bisher zurückhaltend anwenden. Den neuen Energieplan für die Wärmeversorgung hat er nun dem Stadtparlament zur Behandlung überwiesen. Anschliessend ist der Plan durch die kantonale Baudirektion zu genehmigen. Ein öffentliches Mitwirkungs- oder Einspracheverfahren sieht das Energiegesetz nicht vor.

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