Publiziert 04. Sep. 2022, 07:00
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Der Stadtpräsident nimmt Stellung

Weshalb keine Löwenflagge die Solidarität unterstreicht

Stadtpräsident Michael Künzle sagt, weshalb am Stadthaus nur die ukrainische Flagge und nicht auch die Winterthurer Fahne weht.

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George Stutz
Einsam weht am Stadthaus-Giebel die ukrainische Flagge.

Einsam weht am Stadthaus-Giebel die ukrainische Flagge.
Fotomontage: George Stutz / zvg

Zumindest bei offiziellen Anlässen und Empfängen wird das alte Stadthaus jeweils mit der Winterthurer und der Schweizer Fahne beflaggt. Am Sandsteingiebel des Semper-Hauses weht seit Kriegsausbruch alleine die ukrainische Flagge. Unter anderem hört auch GLP-Kantonsrat Michael Zeugin immer wieder, weshalb die Solidarität der Stadt zur Ukraine nicht mit einer Winterthurer Löwenflagge neben der blaugelben deutlicher unterstrichen werde. 84XO hat bei Stadtpräsident Michael Künzle nachgefragt.

Herr Künzle, weshalb weht am alten Stadthaus einzig die Ukraine-Flagge?

Michael Künzle: Der Stadtrat hat nach Ausbruch des völkerrechtwidrigen Angriffskriegs von Russland in der Ukraine und aufgrund der offensichtlich starken Betroffenheit der Winterthurer Bevölkerung beschlossen, als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine am Stadthaus die ukrainische Fahne zu hissen.

Würde eine Kombination der Winterthurer Fahne mit der ukrainischen das Beistehen unserer Stadt zum kriegsgeplagten Staat nicht besser symbolisieren?

Das wäre selbstverständlich auch eine Möglichkeit, Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Die ukrainische Fahne hängt an einer Stange, die im Giebel des Stadthauses angebracht ist. Eine zweite Vorrichtung ist dort nicht vorhanden. Zudem gibt es vor dem Stadthaus drei Fahnenmasten, an denen normalerweise die Fahnen der Schweiz, des Kantons Zürich und der Stadt Winterthur angebracht sind. Weitere feste Einrichtungen zum Anbringen von Fahnen sind nicht vorhanden.

Inwiefern zeigt die Stadt ihre Unterstützung mit der Ukraine auch anderweitig sichtbar?

Die Stadt hat nach Ausbruch des Kriegs als Zeichen der Solidarität die ukrainische Fahne am Stadthaus gehisst und verschiedene Örtlichkeiten vorübergehend mit den ukrainischen Farben blau-gelb beleuchtet, so das Stadthaus und die Sitzbänke auf dem Kesselhausplatz. Im Weiteren hat der Stadtrat eine Spende an die Glückskette von einem Franken pro Einwohner beschlossen. Die Stadt war und ist mit der grossen Herausforderung konfrontiert, flüchtende Menschen aufzunehmen, unterzubringen und zu integrieren. Er hat umfassende Hilfs- und Unterstützungsmassnahmen für Flüchtende und Gastfamilien beschlossen und kommuniziert, so auf der städtischen Website. Die Solidarität mit der Ukraine ist auf der Website der Stadt Winterthur sichtbar.

Gab es bereits ein Zusammentreffen mit in Winterthur lebenden ukrainischen Geflüchteten und der Stadtregierung beziehungsweise Ihnen?

Es gab bisher kein formelles Treffen des Gesamtstadtrats mit Flüchtlingen aus der Ukraine. Gespräche mit einzelnen Familien und Personen mit Mitgliedern des Stadtrates gibt es immer wieder.

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