Publiziert 02. Nov. 2022, 06:00
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Für Personal und Unterkünfte

Ukrainische Geflüchtete kosten die Stadt fast vier Millionen Franken

Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene hohe Zahl an Geflüchteten seit März 2022 haben finanzielle Folgen für die Stadt Winterthur.

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red
Die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge aus der Ukraine geht mit erheblichem Mehraufwand und Mehrkosten einher.

Die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge aus der Ukraine geht mit erheblichem Mehraufwand und Mehrkosten einher.
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Der neu geschaffene Status S für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer machte auch neue Arbeitsabläufe und Prozesse nötig. Er bedeutet insbesondere eine enorme Beschleunigung des Verfahrens und verschiebt den Aufwand vom Bund hin zu Kantonen, Gemeinden und Städten. Die Sozialen Dienste der Stadt Winterthur betreuen, Stand 30. September 2022, 945 Schutzsuchende aus der Ukraine. Wie das Departement Soziales mitteilt, hat sich die Zahl der in Winterthur unterstützten Geflüchteten seit Ausbruch des Krieges somit verdreifacht. Die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge aus der Ukraine gehe mit erheblichem Mehraufwand und Mehrkosten einher.

Mehr Personal für Sozialberatung und Wohnhilfe

Insgesamt würden 25,25 neue Stellen für die Ukraine-Hilfe benötigt, und zwar in der Sozialberatung der Stadt Winterthur (12,55 Stellen), der städtischen Wohnhilfe (7,8 Stellen) und der Sozialberatung im Bezirk Andelfingen (4,9 Stellen). Letztere Stellen sind gemäss Mitteilung vollständig durch die Gemeinden des Bezirks Andelfingen refinanziert. Für die Stadt Winterthur blieben somit noch Kosten für das zusätzliche Personal von 1,4 Millionen Franken. Diese Kosten wurden vom Stadtrat für gebunden erklärt.

Knapp die Hälfte der Stellen konnte bereits im laufenden Jahr besetzt werden. Acht Stellen sind unbefristet, die restlichen wurden bis 31. Dezember 2023 bewilligt. Notwendig wurden zusätzliche Sozialarbeitende sowie administrative Unterstützung in der Sozialberatung, Betreuungspersonal in den Unterkünften und Personen zur Koordination von angemieteten Wohnungen.

Budget bei Sozialhilfe voraussichtlich nicht überschritten

Auch bei den Unterkünften zur Unterbringung der Geflüchteten sowie den individuellen Unterstützungsleistungen (Sozialhilfe) fallen im laufenden Jahr Mehrkosten an, und zwar voraussichtlich rund 2,25 Millionen Franken, heisst es seitens Stadt. Während in den beiden Kollektivunterkünften Adlerstrasse und Teuchelweiher kaum in die Infrastruktur investiert werden musste, seien die Bereitstellungskosten für die Unterkunft an der Trollstrasse deutlich höher. Dort mussten entsprechende Um- beziehungsweise Einbauten gemacht werden. Trotz der Mehrkosten werde das Budget aller Voraussicht nach nicht in relevantem Umfang überschritten werden, weil die übrigen Ausgaben in der Sozialhilfe aufgrund der guten Arbeitsmarktlage tiefer als erwartet ausfallen würden.

Die Entwicklung des Kriegs und die damit verbundenen Auswirkungen seien mit vielen Unsicherheiten behaftet. Im Budget 2023 wurden deshalb voraussichtliche Mehrkosten von rund 5,4 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine berücksichtigt.

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