Publiziert 05. Nov. 2022, 00:40
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Teilweise Konsequenzen für Bevölkerung

Stadtrat beschliesst weitere Energiesparmassnahmen

Der Winterthurer Stadtrat hat zusätzliche Energiesparmassnahmen beschlossen, insbesondere für die Bereiche Schule und Sport.

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red


84XO

Eine Energiemangellage hätte weitreichende Folgen für unseren Alltag und unsere Gesellschaft. Freiwilliges Energiesparen von allen soll dazu beitragen, dass es gar nicht erst soweit kommt. Wie der Winterthurer Stadtrat mitteilt, unterstütze er die nationale Sensibilisierungskampagne zum Energiesparen und nehme mit diversen Massnahmen eine Vorbildrolle für Bevölkerung und Wirtschaft ein. Die Massnahmen sollen die Winterthurer Bevölkerung animieren, ihrerseits ebenfalls Energie zu sparen. Zu den Anfang Oktober durch den Stadtrat beschlossenen Massnahmen (84XO berichtete) sind jetzt weitere hinzugekommen, die teilweise auch Konsequenzen für die Bevölkerung haben. Die städtischen Fachleute sind gemäss Mitteilung zudem daran, Massnahmen für den Fall einer durch den Bund angeordneten Energiekontingentierung zu evaluieren.

Energiesparmassnahmen, die sofort umgesetzt werden

Die Beleuchtung in den Verwaltungsgebäuden wird um 30 Prozent reduziert. Dies gilt bis am 30. April 2023. Davon ausgenommen ist die Beleuchtung an den Arbeitsplätzen, damit die Arbeitssicherheit gewährleistet bleibt. Einsparung: Aufgrund fehlender Messmöglichkeiten nicht quantifizierbar.

Die städtischen Mitarbeitenden sind angehalten, die von ihnen genutzten elektronischen Ar-beitsgeräte nach Arbeitsschluss vollständig auszuschalten, um Stand-by-Verbräuche zu vermeiden. Diese Massnahme ist dauerhaft. Im Bereich Stadtverwaltung – einschliesslich in Schulgebäuden und auf deren Aussenanlagen – ist sämtlicher elektronischer Advents- und Weihnachtsschmuck verboten. Wo zwei Drucker/Kopierer nebeneinander stehen, wird auf einen verzichtet. Diese beiden Regelungen gelten bis am 30. April 2023. Einsparung: Aufgrund fehlender Messmöglichkeiten nicht quantifizierbar. Es ist jedoch von einigen tausend Kilowattstunden pro Monat auszugehen.

Schulbauten und Sporthallen: Raumtemperatur wird abgesenkt

Die Temperatur in Schulgebäuden wird während der Heizperiode 2022/2023 auf maximal 20°C abgesenkt, diejenige in Sporthallen auf 16°C. Diese Massnahme wirkt sich auf die Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, städtische Mitarbeitende in Schulbauten sowie die externen Nutzenden der Sporthallen und Schulräume aus, ist jedoch unter den gegebenen Umständen zumutbar. Einsparung: mehr als 70'000 kWh pro Monat.

Die Temperatur in den ungenutzten Räumen der Schulgebäude wird in der Heizperiode 2022/2023 während der Weihnachts- und Sportferien auf maximal 16°C abgesenkt. Die Lehrpersonen sind angehalten, in dieser Zeit Räume gemeinsam zu nutzen. Diese Massnahme wirkt sich auf die Lehrpersonen, die städtischen Mitarbeitenden in Schulbauten und externen Nutzenden von Schulbauten aus, ist jedoch unter den gegebenen Umständen zumutbar. Einsparung: Während dieser vier Wochen Ferienzeit (in der Heizperiode) werden mehr als 18'000 kWh eingespart.

In den Hallenbädern der Heilpädagogischen Schule Winterthur (Michaelschule) sowie in der Schule Wülflingerstrasse wird für die Heizperiode 2022/2023 die Wassertemperatur um 1°C auf 30°C beziehungsweise 29°C gesenkt. Die Massnahme ist für die Hallenbadnutzenden spürbar, jedoch unter den gegebenen Umständen zumutbar. Einsparung: zirka 4600 kWh pro Monat.

Nur noch 16 Stunden WLAN pro Tag

Die Betriebsdauer des flächendeckenden WLAN wird dauerhaft von 24 auf 16 Stunden reduziert. Zwischen 22 und 6 Uhr steht das WLAN nicht zur Verfügung. Einsparung: zirka 3500 kWh pro Monat.

In der Heizperiode 2022/2023 wird die Wassertemperatur im Hallenbad Geiselweid im 50-Meter-Schwimmbecken auf 27°C reduziert, im Lehrschwimmbecken auf 29°C. Die Temperatur im Kinderplanschbecken bleibt unverändert. Die Massnahme ist für die Hallenbadnutzenden spürbar, jedoch unter den gegebenen Umständen zumutbar. Einsparung: zirka 93'000 kWh pro Monat.

Bereits in Eigenregie umgesetzte Massnahmen

Verschiedene Bereiche der Stadtverwaltung haben aktiv nach Energiesparpotenzial gesucht und Massnahmen in Eigenregie umgesetzt, die – insbesondere im öffentlichen Verkehr – monatlich über 60'000 Kilowattstunden einsparen, wie es seitens Stadt weiter heisst. Teilweise seien die Energieeinsparungen nur sehr schwer und höchst ungenau abzuschätzen. Zudem hänge die effektive Einsparung bei Temperatursenkungen von den Aussentemperaturen ab. Insgesamt würden die Einsparungen ab sofort bei den umsetzbaren beziehungsweise bereits umgesetzten Energiesparmassnahmen auf rund 350'000 kWh pro Monat geschätzt. Die Stadtverwaltung spart damit so viel Energie ein, wie rund 1000 5-Zimmer-Haushalte verbrauchen.

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