Publiziert 29. Aug. 2022, 08:52
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Auch in Winterthur

Solaranlagen zu bauen wird einfacher und günstiger

161 Gesuche für Solaranlagen konnte die Stadt Winterthur dieses Jahr bereits bewilligen. Mit einem vereinfachten Bewilligungsprozess und reduzierten Kosten könnte sich der Trend weiter verstärken.

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red
Gesuchstellende kommen seit dem 1. Juli einfacher und günstiger zu einer Bewilligung für Solaranlagen.

Gesuchstellende kommen seit dem 1. Juli einfacher und günstiger zu einer Bewilligung für Solaranlagen.
Symbolfoto

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendiger denn je. So gewinnt auch die Solarenergie an Wichtigkeit. Allerdings waren die rechtlichen Voraussetzungen, Solaranlagen zu bauen, kompliziert und langwierig. Das ist mittlerweile anders. Am 1. Juli traten die vom Bundesrat beschlossenen Änderungen der Raumplanungsverordnung in Kraft, die den Bewilligungsprozess vereinfachen und die Kosten für Gesuchsstellende reduzieren. Wie die Stadt Winterthur schreibt, belastet diese Beschleunigung des baurechtlichen Verfahrens auch die Behörden. Ausserdem werde in Kombination mit den Förderbeiträgen von «Pronovo» und dem Förderprogramm «Energie Winterthur» ein weiterer Anreiz geschaffen, um die Produktion von Solarstrom in der Eulachstadt zu steigern.

Im Jahr 2022 konnten bis Ende Juli gemäss Mitteilung bereits 161 Gesuche für Solaranlagen im Meldeverfahren bewilligt werden. Mit der Vereinfachung des Bewilligungsverfahrens werde dieser Trend nochmals verstärkt.

Das hat sich geändert

Konkret geändert wurden die Gestaltungsanforderungen an Solaranlagen. Verlangte die Bestimmung bisher, dass die Solaranlage als kompakte Fläche zusammenhängen muss, wurden diese Anforderungen nun gelockert, und auch mehrere zusammenhängende Modulanordnungen können auf der Dachfläche installiert werden. So sind neu auch technisch bedingte Auslassungen und Versetzungen zulässig und direkt im Meldeverfahren bewilligbar. Auch Solaranlagen auf Flachdächern können im Meldeverfahren bewilligt werden, wenn diese vom Boden nicht einsehbar sind.

Zulässige Beispiele für kompakt angeordnete Solarmodule.

Zulässige Beispiele für kompakt angeordnete Solarmodule.
zvg

Bei Objekten der Denkmalpflege gelten weiterhin erhöhte Gestaltungsanforderungen. Das Departement Bau empfiehlt, frühzeitig mit der städtischen oder kantonalen Denkmalpflege für eine Beratung Kontakt aufzunehmen. Falls für die Bewilligung der Solaranlage weiterhin ein Baugesuch notwendig ist, so wird es in den meisten Fällen im Anzeigeverfahren behandelt, womit die Bearbeitungsdauer rund sechs Wochen ab abgeschlossener Vorprüfung dauert, heisst es im medialen Schreiben weiter. Auch Solarsysteme an Fassaden sowie freistehende Anlagen in Bauzonen (ausser in Kernzonen) würden neu im Anzeigeverfahren bewilligt. Nach wie vor besteht die Pflicht, alle Solaranlagen Stadtwerk Winterthur, dem örtlichen Stromnetzbetreiber, anzumelden. Dies gilt auch für sogenannte «Plug-&-Play»-Photovoltaikanlagen.

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