Publiziert 25. Apr. 2022, 17:52
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Schlagabtausch zwischen Manfred Leu und Marc Manz

So schlagfertig sind die Kandidaten für Seuzachs Gemeindepräsidium

84XO hat die zwei Kandidaten Manfred Leu (FDP) und Marc Manz (SVP), die sich am 15. Mai ums Gemeindepräsidium von Seuzach streiten, getestet, wie geistreich sie sind. Die beiden sollen auf herausfordernde Fragen antworten.

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Michael Hotz
Manfred Leu und Marc Manz streiten sich am 15. Mai ums Gemeindepräsidium von Seuzach. Zuerst treten die beiden aber im 84XO-Duell an.

Manfred Leu und Marc Manz streiten sich am 15. Mai ums Gemeindepräsidium von Seuzach. Zuerst treten die beiden aber im 84XO-Duell an.
Fotomontage: Michael Hotz / Talina Steinmetz

Nur gerade drei Stimmen lagen Ende März zwischen ihnen im Duell um die Nachfolge von Katharina Weibel (FDP). Weder Marc Manz (SVP) noch Manfred Leu (FDP) erreichten bei der Wahl fürs Gemeindepräsidium von Seuzach am 27. März die absolute Mehrheit, darum kommt es am 15. Mai zum zweiten Wahlgang zwischen den beiden. 84XO hat die zwei Kandidaten zu einem speziellen «Gefecht» herausgefordert, bei dem sie beweisen müssen, wie geistreich und eloquent sie auf herausfordernde Fragen antworten können.

  • Du hast die Ergebnisse des ersten Wahlgangs der Erneuerungswahlen in Seuzach nicht mehr ganz präsent? Wir haben diese für dich zusammengefasst.

So bleibt Seuzach als demografisch alte Gemeinde trotzdem «trendy» für alle:

Manfred Leu: Zwei Punkte sind mir wichtig, damit Seuzach auch in Zukunft seine grosse Anziehungskraft für alle Generationen und Lebensformen beibehalten kann: Einerseits müssen wir alles daransetzen, um für Familien attraktiv zu bleiben, indem beispielsweise die Kinderbetreuung konsequent auf die Bedürfnisse der Familien ausgerichtet wird. Andererseits muss es uns gelingen, das grosse Potenzial der älteren Bevölkerung noch besser freizusetzen. Sie ist viel kreativer, tatkräftiger und trendiger, als wir gemeinhin annehmen.

Marc Manz: Auch im reiferen Alter kann man «trendy» sein! Denken Sie nur mal an die kreativen Schulopas und -omas, an die freiwilligen Einsätze der «jungen Alten» beim Bau von Solaranlagen oder an die vielfältigen Hilfs- und Integrationsaktivitäten. Weiter bieten über 70 Vereine ein vielfältiges Angebot für alle Generationen an. Das alles macht eine lebendige Gemeinde aus. Unsere Infrastruktur ist auf alle Altersgruppen und Generationen ausgerichtet. Alle diesen Institutionen gilt es, Sorge zu tragen und weiterhin für gute Rahmenbedingungen zu sorgen.

Auf diese Nachbarsgemeinde bin ich insgeheim etwas neidisch:

Manz: Von Dinhard hätte ich gerne den tiefen Steuerfuss und den Gurisee, aber wir haben den idyllischen Entenweiher und ein schönes Schwimmbad. Von Neftenbach müsste es der Wein sein, aber neidisch? Nein, ich bin stolz auf unser schönes, äusserts lebenswertes Seuzach.

Leu: Aus zwei Gründen bin ich insgeheim auf Hettlingen etwas neidisch: Erstens, weil sie es mit viel Engagement geschafft haben, den Verkehr aus ihrem Dorfzentrum zu verbannen und damit die Lärmemissionen massiv zu reduzieren. Zweitens, weil Hettlingen eine fast doppelt so hohe Maturitätsquote hat wie Seuzach. Obwohl ich unser duales Bildungssystem als Erfolgsmodell sehr schätze, kann sich Seuzach eine Maturitätsquote unter dem kantonalen Durchschnitt eigentlich nicht leisten.


Marc Manz

«Auch im reiferen Alter kann man ‹trendy› sein!»

Diese Eigenschaft schätze ich an meinem Kontrahenten:

Leu: Ich habe gehört, dass Marc Manz ein zuverlässiger und engagierter Schaffer sei. Im Gemeinderat werden wir uns so oder so bestens ergänzen.

Manz: Das Interesse am Sport ist sicher für uns beide wichtig. Im Gemeinderat werden wir ihn als Amtseinsteiger – auf dem Weg der Etablierung in das Behördendasein – unterstützen.

Das kann ich sicher besser als mein Konkurrent:

Manz: Da es einige Zeit braucht, um die Ansprüche in einem Behördenamt gut zu erfüllen, ist es wichtig, dass die nötigen Grundlagen und Netzwerke sorgfältig aufgebaut werden können. Eine «Hauruck-Übung» führt vielfach zu unguten Risiken und hat Frustpotential.  Ich bin seit vier Jahren im Gemeinderat und weiss, was mich als Gemeindepräsident erwartet. Ich bin in Seuzach aufgewachsen und kenne die Gemeinde in und auswendig. Die letzten vier Jahre als Ressortvorstand Gemeindebetriebe und Bau und vor allem die Zeit als Krisenstabschef während der Pandemie haben mir Seuzach mit all seinen Facetten und Bewohnenden noch viel nähergebracht.

Leu: Als Gemeindepräsident von Seuzach amten.

Aus diesem Grund würde ich zähneknirschend die Steuern erhöhen:

Leu: Bei einem Einbruch der Steuereinnahmen, auf den die Gemeinde keinen Einfluss hat, zum Beispiel aufgrund einer realen Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit.

Manz: Unsere mittel- bis langfristige Planung ist auf Stabilität und Ausgewogenheit ausgelegt. Wenn es aber nötig würde, sich die Mehrheit dafür ausspricht und sich dazu ein Mehrwert ergibt, muss ich nicht mit den Zähnen knirschen…


Manfred Leu

«Seuzach kann sich eine Maturitätsquote unter dem kantonalen Durchschnitt eigentlich nicht leisten»

So halte ich mich fit, damit ich genügend Power habe, um Seuzach als Gemeindepräsident fit zu halten:

Manz: Ich bin als «Seuzi-Fan» immer neugierig und offen, was die Gemeinde betrifft. Geistige und körperliche Fitness ist in allen Aufgaben und Lebenslagen förderlich. Darum bilde ich mich weiter, bin polysportiv aktiv und schaue, dass ich eine möglichst ausgewogene Alltags-Balance habe. Klare Strukturen, Freude an der Sache, Familie und Freunde sind meine besten Helfer in Job und Freizeit.

Leu: Ich schöpfe meine Energie aus den folgenden fünf Aktivitäten: 1. Zeit mit der Familie verbringen; 2. mit Freunden etwas unternehmen; 3. abwechslungsreich und lustvoll essen; 4. genügend schlafen; 5. beim Joggen und Spazieren, wobei man mich übrigens während dem Wahlkampf persönlich kennenlernen kann beziehungsweise konnte.

Davon hätte ich als Schüler in Seuzach auch gerne profitiert:

Manz: Natürlich von der Sporthalle im Rietacker und vielleicht auch von einigen der elektronischen Geräte. Aber wir hatten einen Pausen-Apfel und ein Glas Milch – das war auch schön!

Leu: Gerne hätte ich von der grossen Sozialkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer in Seuzach profitiert, von denen viele neben ihrer umfangreichen Lehrtätigkeit noch die Zeit finden, ihre Schülerinnen und Schüler in Fragen aus allen Bereichen unter anderem per Videokonferenz zu unterstützen.

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