Publiziert 14. Juni 2022, 13:28
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Katrin Cometta nimmt Stellung

«Lehmanns Interview haben wir nicht verhindern wollen»

Der abgetretene Stadtpolizei-Kommandant Fritz Lehmann gab ein eher überraschendes Zeitungs-Interview. 84XO hat bei der zuständigen Stadträtin Katrin Cometta nachgefragt.

G
George Stutz
Das Vorpreschen des ehemaligen Stadtpolizei-Kommandanten Fritz Lehmann erstaunte.

Das Vorpreschen des ehemaligen Stadtpolizei-Kommandanten Fritz Lehmann erstaunte.
Stapo

Noch läuft die externe Untersuchung im Zusammenhang mit den beiden Suiziden bei der Stadtpolizei. Im Zuge der ausserpolizeilichen Abklärungen gab auch Polizeistadträtin Kathrin Cometta zuletzt keine Statements mehr über das Innenleben hinter den Polizeifassaden am Obertor. Umso mehr überraschte, als der abgetretene Ex-Stapo-Kommandant Fritz Lehmann letzte Woche dem «Landboten» zu Fragen Antwort stand. Zwar äusserte sich auch Lehmann nicht detailliert zu den Selbstmorden, trotzdem gab er einiges preis, darunter auch einzelne Fehler, verteidigte im grossen Ganzen aber auch die Führung der Stapo. Offenbar wollte das Departement von Katrin Cometta Lehmanns Auftritt in der Winterthurer Tageszeitung verhindern. 84XO hat bei der Stadträtin nachgefragt.

Frau Cometta, darf ein ehemaliger Kommandant im Unterschied zu den Polizisten den Medien ein Interview über Internas geben? Unterliegt er nicht auch dem Amtsgeheimnis?

Katrin Cometta: Selbstverständlich untersteht Fritz Lehmann auch dem Amtsgeheimnis. Er hat dieses aber nicht verletzt. Fritz Lehmann stand es frei, ein Interview über sich zu geben, und wir waren über das Gespräch mit dem «Landboten» informiert. Die Darstellung, dass das Departement das Interview «verhindern» wollte, ist falsch. Der Inhalt des Interviews musste auch nicht mit uns abgesprochen werden.

Wann kann das Resultat der externen Untersuchung erwartet werden?

Die Ergebnisse der Administrativuntersuchung liegen noch nicht vor. Selbstverständlich werden diese veröffentlicht werden.

Man hört zudem, dass der Stadtpolizei aktuell reihenweise die Mitarbeitenden davonlaufen…

Im Jahr 2021 gelang es, den Mindestbestand von 217 Polizistinnen und Polizisten zu erfüllen. Mittlerweile haben wir wieder einen leichten Unterbestand. Derzeit gibt es bei mehreren Polizeikorps, wie zum Beispiel Kapo Thurgau, Stadtpolizei Zürich, Kapo Zürich, einen Stellenausbau, was die Fluktuation begünstigen kann und Stellenbesetzungen erschwert.

Wie können die Abgänge kompensiert werden? Oder anders gefragt: Was kann getan werden, damit der Druck auf die Polizeibeamten nicht noch grösser wird und es somit nicht zu neuen schwierigen Situationen kommen wird?

Die Stadtpolizei ist intensiv auf der Suche nach neuen Mitarbeitenden und bildet auch mehr Aspiranten und Aspirantinnen aus, um vakante Stellen schnellstmöglich zu besetzen.

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