Publiziert 29. Nov. 2021, 12:32
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Kurzanalyse des Winterthurer Resultats

So stimmten die Stadtteile bei Netto-null-Vorlage ab

Ja zu «Netto-Null bis 2040», Ja zu «Netto-Null bis 2050» und Zuspruch für die Variante mit dem früheren Datum. Alle sieben Stadtkreise haben am Abstimmungssonntag so entschieden. Die einzelnen Resultate unterscheiden sich aber trotzdem recht stark.

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Michael Hotz
Die Winterthurer Stimmbevölkerung sprach sich deutlich für das Netto-null-Ziel bis 2040 aus.

Die Winterthurer Stimmbevölkerung sprach sich deutlich für das Netto-null-Ziel bis 2040 aus.
Talina Steinmetz

Das Ergebnis war ziemlich deutlich: Die Winterthurer Stimmbevölkerung nahm am Abstimmungssonntag, 28. November, beide Netto-null-Varianten an und sprach sich klar für die Klimaneutralität bis 2040 aus. In allen sieben Stadtkreisen fiel das Ergebnis gleich aus. Dennoch sind ziemlich grosse Unterschiede auszumachen. In den beiden traditionell links wählenden Stadtteilen Veltheim und Altstadt waren die Ja-Anteile für beide Varianten am höchsten, gefolgt von Mattenbach. In diesen drei Kreisen war der Zuspruch für das frühere Datum etwas höher. In den vier anderen Kreisen war das Ja zu «Netto-Null bis 2050» deutlicher als jenes zu «Netto-Null bis 2040». Am knappsten nahm Seen mit 50,2 Prozent die Version mit dem früheren Datum an.

  • Die Abstimmung über die beiden Netto-null-Varianten löste – zusammen mit den nationalen Vorlagen zum Covid-Gesetz und zur Pflegeinitiative – in Winterthur einen Run auf die Urnen aus. Über die gesamte Stadt gesehen lag die Stimmbeteiligung bei der Vorlage zur verschärften Klimapolitik bei knapp 62 Prozent, was sehr hoch ist.

  • In Veltheim war die Stimmbeteiligung mit Werten um die 70 Prozent bei den drei Entscheiden (zwei Varianten plus Stichfrage) am höchsten, am tiefsten war sie in Töss.

Insofern überrascht es deshalb, dass sich alle sieben Stadtkreise in der Stichwahl für das Netto-null-Ziel bis 2040 aussprachen. In den bürgerlicheren Stadtteile Seen und Wülflingen waren die Ergebnisse pro «2040» eher knapp mit 51,4 Prozent respektive 53,6 Prozent. In der Altstadt (70,1 Prozent), in Veltheim (76,0 Prozent) und Mattenbach (64,0 Prozent) entschied sich eine deutliche Mehrheit für das Netto-null-Ziel bis 2040.

Die teils auf den ersten Blick überraschenden Ergebnisse lassen sich wohl auf ein unterschiedliches Abstimmungsverhalten zurückführen. In Seen und Wülflingen ist die Zustimmung zu «2040» wohl damit zu erklären, dass eine knappe Mehrheit beide Varianten befürwortete und die Klimaneutralität bis 2040 bevorzugte, damit also die Unterstützer der «2050»-Variante und die Gegnerschaft beider Versionen übertrumpfte. In Veltheim, Altstadt und Mattenbach stimmten hingegen einige gegen das spätere Datum, wodurch der Zuspruch für «2040» höher war als für «2050». Alle Stadtkreise eint aber die Unterstützung für ein ambitionierteres Klimaziel. Der Stadtrat hat damit einen klaren Auftrag.

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