Publiziert 17. Mai 2022, 09:44
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Maria Sorgo zu ihrem Jahr als Ratspräsidentin

«Es ist eine Realität, dass es mehr Arbeit gibt»

Fast nie im Ratssaal, weniger Events als gedacht. Das Amtsjahr von Maria Sorgo (SP) als höchste Winterthurerin war wegen Corona nicht ganz so, wie sie es sich gewünscht hätte. Ihr Fazit fällt trotzdem positiv aus.

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Michael Hotz
Auf dem Bock im Ratssaal sass Maria Sorgo (SP) als höchste Winterthurerin nur ein einziges Mal.

Auf dem Bock im Ratssaal sass Maria Sorgo (SP) als höchste Winterthurerin nur ein einziges Mal.
Michael Hotz

An ihrer letzten Sitzung als Ratspräsidentin durfte Maria Sorgo (SP) dann doch noch auf dem Bock Platz nehmen. Wegen Corona waren die Sitzungen des Winterthurer Stadtparlaments zuvor nämlich in die Axa-Arena verlegt worden. Und bei der Konstituierung des im Frühjahr gewählten Parlaments vergangenen Montag im angestammten Ratssaal hatte sie «frei». Alterspräsident Felix Helg (FDP) begrüsste zusammen mit Nina Wenger (Grüne), der Jüngsten des Parlaments, die neuen Mitglieder – bis dann der neue höchste Winterthurer, Reto Diener, das Zepter übernahm.

Es kam anders

Dass das Stadtparlament während ihrer Amtszeit grossmehrheitlich «ausser Haus» tagen musste, bedauert Sorgo sehr. Und auch Anlässe hätte sie als Repräsentantin der Legislative gerne mehr besucht, vor allem auch solche, mit denen sie ansonsten nicht in Berührung gekommen wäre. Aber eben: Die Pandemie verhinderte dies. «Es kam einiges anders, als ich es mir vorgestellt habe», so die SP-Frau, die nun seit acht Jahren dem hiesigen Rat angehört. Dennoch zieht sie ein positives Fazit zu ihren 365 Tagen als höchste Winterthurerin: «Ich bin zufrieden. Es war ein sehr spezielles und arbeitsreiches Amtsjahr. Wir als Ratsleitung konnten einiges erledigen.» Als Beispiele nennt Sorgo die Klima-Vorstösse und die Debatten zu den Parkplatz-Vorlagen zu Beginn ihrer Amtszeit sowie die Revision der Geschäftsordnung. Um die lange Traktandenliste abzubauen, hatte sie eine zusätzliche Sitzung zu den bereits bestehenden angesetzt. Diese brauche es in der heutigen Zeit: «Es ist eine Realität, dass es mehr Arbeit gibt.» 

Am meisten wurmt Sorgo, dass das Geschäft beim Umbau des in die Jahre gekommenen Ratssaals eine Zusatzschlaufe machen müsse, wie sie sagt. «Wir sprachen mit allen Fraktionen und taten alles, was möglich war.» Dass es trotzdem zu einem parlamentarischen Referendum seitens SVP, FDP und Mitte gekommen sei, das gehöre aber in einem Parlament mit unterschiedlichen politischen Meinungen dazu. 

Abschluss in der Partnerstadt

Trotz Corona fanden einige Anlässe statt, an denen Sorgo als höchste Winterthurerin teilnehmen durfte. Als Höhepunkte in Erinnerung bleiben ihr die Eröffnung der ersten Session des Jugendparlaments und jene der neuen Bahnhofunterführung sowie die Auslosung des Bürgerpanels. Freude bereitete der 37-Jährigen auch ihr Abschluss in der Partnerstadt La Chaux-de-Fonds. «Dort konnte ich mein Motto ‹Winterthur gemeinsam›, das ich mir für das Amtsjahr gesetzt hatte, auch über die Stadtgrenzen hinaustragen.»

Für ihren Nachfolger, Reto Diener, findet Sorgo nur positive Worte: «Er ist sehr erfahren, ich konnte mich immer auf ihn verlassen.» Ihm wünsche sie, dass er mehr Anlässe besuchen könne und alles geordneter ablaufen werde. Gleichzeitig rate sie ihm, Unvorhergesehenes so zu nehmen, wie es komme. Veränderungen sind immer möglich, wie sie in ihrem Amtsjahr selbst erleben musste – gerade aktuell: «Es gehört zu unserer Zeit, dass es überraschend bleibt.» 

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